Großeinsatz in Dachau – Verletzte in Regensburg

Massenschlägereien in Flüchtlingsheimen

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Ein verletzter Asylbewerber wird aus der Halle zu einer der zahlreichen Ambulanzen getragen. In der Unterkunft hatte sich ein Konflikt immer mehr hochgeschaukelt.

Dachau/Regensburg - In mehreren Flüchtlingsheimen in Bayern ist es in den vergangenen Tagen zu Zwischenfällen gekommen. In Dachau gab es etwa einen Großeinsatz.

Bedrückende Enge, kaum Intimsphäre und die unterschiedliche Herkunft der Menschen – das ist eine Mixtur, die immer wieder für Aggressionen in Flüchtlingsheimen sorgt. In Dachau kam es am Mittwochabend zu einer Massenschlägerei zwischen Syrern und Afghanen in der Asylbewerberunterkunft in der Turnhalle der Berufsschule. Es gab dabei eine ganze Reihe von Verletzten. Die Polizei ermittelt.

Polizisten vor der Turnhalle der Berufsschule in Dachau.

Knapp 300 Flüchtlinge leben in der Sporthalle, damit ist sie laut Dachauer Nachrichten auch randvoll. Zunächst kam es am Mittwoch immer wieder zu kleineren Reibereien zwischen den Gruppen mit wechselnden Kontrahenten. Im Verlauf schaukelten sich diese Reibereien immer mehr hoch – bis schließlich etwa 70 Bewohner aufeinander einprügelten. Mehre Beteiligte setzten dabei auch Gegenstände als Waffen ein, wie etwa Geschirr und Flaschen, mit denen geworfen wurde. Sechs Flüchtlinge und drei Mitarbeiter der Security wurden leicht verletzt, ein Asylbewerber kam ins Krankenhaus.

Die Dachauer Polizei war mit Unterstützungskräften vor Ort und konnte die Lage beruhigen. Derzeit wird gegen sechs Asylbewerber wegen wechselseitiger gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Der mutmaßliche Rädelsführer, ein 33-jähriger Afghane, kam in eine andere Unterkunft. Vorsorglich wurden aus der Unterkunft noch in der Nacht 80 Personen, allesamt aus Familien, in Container-Wohnungen in Weichs verlegt. Die Unterkünfte dort sind nur auf insgesamt 50 Personen ausgelegt. In der Nacht besorgten deswegen Helfer Feldbetten und stellten sie auf. Die Familien zeigten sich heilfroh, aus der überfüllten Halle in Dachau herausgekommen zu sein.

Fast gleichzeitig kam es auch in einer Asylbewerberunterkunft in Regensburg zu einem Gewaltausbruch: Dort schlugen insgesamt 20 Personen von zwei Großfamilien aufeinander ein. Einige Familienmitglieder wurden leicht verletzt. Insgesamt waren dort zwölf Beamte im Einsatz, um die Situation zu beruhigen. Eine der Familien wurde in eine andere Unterkunft gebracht.

Der folgenschwerste Vorfall ereignete sich aber in Landshut. Dort verstarb am Mittwoch ein Flüchtling aus dem Irak (23), nachdem ihn ein Landsmann (24) einige Tage zuvor niedergestochen hatte.

tz

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