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Massive Sachbeschädigung: Wankbahn einen Tag außer Betrieb - „Neue Eskalationsstufe“

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Von: Katharina Bromberger

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Die Scheiben einer Fensterscheibe sind eingeschlagen, das Fenster ist vergittert.
Alles kaputt: Mindestens 25 Fensterscheiben haben der oder die Täter zerstört – auch jene zum Maschinenraum. © Bayerische Zugspitzbahn/Karl Dirnhofer

Massiv haben der oder die unbekannten Täter gewütet - und dabei großen Schaden angerichtet. So groß, dass die Wankbahn in Garmisch-Partenkirchen am Donnerstag nicht in Betrieb gehen konnte.

Update 17:45 Uhr: Der Schaden ist enorm. Das stand schon fest, als noch nicht viel feststand. Doch auf den ersten Blick haben Polizei und Mitarbeiter der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) am Donnerstagmorgen erkannt, wie massiv der oder die unbekannten Täter gewütet haben. In der Nacht hatten sie an der Mittelstation der Wankbahn randaliert. Unter anderem schlugen sie dort alle Fensterscheiben ein.

25 bis 30 Scheiben, schätzt BZB-Sprecherin Carolin Kunzmann, sind kaputt. Zum Teil rissen sie die Rahmen aus der Wand. Den Personalraum haben sie verwüstet. Den kompletten Inhalt eines Feuerlöschers sprühten sie in den Maschinenraum – ein Fiasko. „Das Pulver“, sagt Kunzmann, „ist überaus aggressiv. Im Maschinenraum ist das natürlich besonders ungünstig.“ Gelinde ausgedrückt.

Vandalismus an Wankbahn: Enormer Sachschaden - „Überaus aggressiv“

Er ist das Herzstück der Bahn, dort befinden sich Motor, Getriebe, die komplette Schalttechnik. Nach dem ersten Begutachten am Vormittag schätzte ein BZB-Mitarbeiter den entstanden Schaden gegenüber der Polizei grob auf 100 000 Euro. Doch die Summe wird noch steigen. Denn nicht eingerechnet ist dabei der Verdienstausfall durch den Stillstand der Anlage. „Es ist unfassbar“, sagt Kunzmann. „Wir sind alle sprachlos.“

Am Donnerstag ging die Wankbahn gar nicht erst in Betrieb. Erst einmal musste ein Techniker alles prüfen. Schließlich geht es auch um sicherheitsrechtliche Fragen. Die gute Nachricht am Donnerstagnachmittag: Ab Freitag fährt die Bahn wieder. Die schlechte: Niemand weiß, was noch alles kommt. Das Problem ist das Löschpulver. Es setzt sich als feiner Staub überall ab, oxidiert langsam, bringt Teile unter Umständen zum Rosten. Auch in ein paar Monaten noch könnten also wichtige Teile des Motors oder Getriebes ausgetauscht werden müssen – Spätfolgen der blinden Zerstörungswut.

Gegen 8 Uhr am Donnerstagmorgen wurden die Polizeibeamten der Inspektion Garmisch-Partenkirchen über die massive Sachbeschädigung an der Wankbahn informiert. Sofort machten sie sich auf den Weg zur Mittelstation, Spezialisten der Spurensicherung folgten. Gegen 11.30 Uhr gaben sie den Tatort wieder frei.

Auf Geräten in einem Maschinenraum liegt weißer, feiner Staub.
Überall lagert sich der feine Löschstaub ab, wie hier auf Motor und Getriebe. Weitere Schäden könnten folgen. © Bayerische Zugspitzbahn/Karl Dirnhofer

Den Tatzeitraum grenzten sie nach der Befragung der Mitarbeiter ein: Die Unbekannten müssen zwischen Mittwoch, 17.30 Uhr, und Donnerstag, 7.45 Uhr ihr Unwesen getrieben haben. Polizeisprecher Andreas Breitrück staunt selbst angesichts des Ausmaßes der Schäden. Er spricht von einer „neuen Eskalationsstufe in Sachen Vandalismus“ und betont: „Da steckt eine ordentliche kriminelle Energie dahinter.“

„Neue Eskalationsstufe in Sachen Vandalismus“ an Wankbahn

Zunächst waren der oder die Täter offenbar in den Personalraum eingedrungen – das einzige Zimmer an der Mittelstation, dessen Fenster nicht vergittert ist. Mit dem Feuerlöscher von dort schlugen sie die Scheiben zum Maschinenraum ein und verteilten von außen durch die Metallstäbe das Pulver, das sich überall verbreitete. Auf Getriebe und Motor, auf den Schaltschränken, in der Elektronik.

Ob es sich um einen oder mehrere Täter gehandelt hat, lässt sich aufgrund der Spurenlage nicht sagen. Theoretisch könne das Chaos auch ein Einzelner angerichtet haben, sagt Breitrück. Die Polizei hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung. „Auf ihre Hilfe sind wir angewiesen.“

Die Gondeln einer Bergbahn auf den Wank hängen hintereinander in der Garagen.
Steht derzeit still: die Wankbahn in Garmisch-Partenkirchen. © FOTOPRESS THOMAS SEHR

Zeugen, die zwischen Mittwoch, 17.30 Uhr, und Donnerstag, 7.45 Uhr, etwas Verdächtiges rund um die Wank-Mittelstation gesehen haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Hinweise nimmt sie unter Telefon 0 88 21/91 70 entgegen.

Update von 13.30 Uhr: Die Polizei hat den Tatort wieder freigegeben. Doch ein Techniker der BZB prüft weiterhin das Ausmaß der Schäden an der Wankbahn. Wann sie wieder in Betrieb gehen kann, ist weiterhin unklar. Ein Mitarbeiter schätzt den Schaden nach einer ersten Begutachtung auf mindestens 100.000 Euro - den Verdienstausfall nicht eingerechnet. Andreas Breitrück, Sprecher der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen, spricht von einer „neuen Eskalationsstufe in Sachen Vandalismus“.

Ursprungsmeldung vom 25. August 2022:

Garmisch-Partenkirchen - Gegen 8 Uhr am Donnerstagmorgen erreicht die Polizei in Garmisch-Partenkirchen die Meldung: massive Vandalismusschäden an der Wankbahn. Vor Ort zeigt sich den Beamten, was die Mitarbeiter der Bayerischen Zugspitzbahn zu Dienstbeginn erschrocken entdeckt hatten. Unbekannte Täter hatten in der Nacht auf Donnertag alle Fensterscheiben an der Mittelstation der Wankbahn eingeschlagen. Zudem beschädigten sie mit einem Feuerlöscher den Maschinenraum der Bahn.

Täter wüten in Wankbahn: Alle Fensterscheiben eingeschlagen - Polizei ermittelt

Inwieweit die Maschine dadurch einen bleibenden Schaden erlitten hat, muss erst noch durch Techniker abgeklärt werden. Dazu kann auch die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) aktuell noch keine Aussage machen. Wie lange die Bahn möglicherweise ausfällt, hängt von den festgestellten Schäden ab.

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Fest steht: Am heutigen Donnerstag wird sie nicht mehr in Betrieb gehen, teilt BZB-Sprecherin Carolin Kunzmann auf Anfrage mit. Die Ermittlungen der Polizei laufen, sie sind derzeit vor Ort, um die Spuren zu sichern und die BZB-Mitarbeiter zu befragen. Den Sachschaden schätzt die Polizei nach einer ersten Begutachtung auf einen einen mittleren bis hohen fünfstelligen Betrag.

Wanderer oder Besucher der Tannenhütte die gestern Abend in dem Bereich unterwegs waren, werden gebeten, sich bei der Polizei (Telefon 08821/9170) zu melden, falls sie etwas Verdächtiges beobachtet haben.

Ein ausführlicher Bericht folgt

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