1. tz
  2. München
  3. Region

Erneuter Vorstoß für riesige PV-Anlage: Weitere Planung möglich

Erstellt:

Von: Andreas Daschner

Kommentare

Eine große Freiflächen-PV-Anlage ist östlich von Oberweikertshofen geplant.
Eine große Freiflächen-PV-Anlage (Beispielfoto) © Archiv

Beim Grafrather Ortsteil Mauern könnte auf einer Fläche von gut 30 Hektar eine Freiflächenphotovoltaikanlage entstehen.

Grafrath – Im Gemeinderat steht man dem Vorhaben offen gegenüber. Allerdings gibt es noch einige Fragezeichen.

Die betroffenen Flächen am Ortseingang von Mauern aus Richtung Grafrath kommend waren bereits 2009 einmal kurz in der Diskussion für eine Photovoltaik-Anlage (PV). Eine Änderung der Erneuerbare-Energien-Gesetzes erschwerte den Bau solcher Anlagen dann jedoch. Das Thema war vom Tisch – bis jetzt.

PV-Anlage in Grafrath: Von Beratung ausgeschlossen

Die Areale, bei den Einheimischen bekannt als Inninger Feld, Altinger Feld und Mühlhart, gehören dem Landwirt Max Riepl-Bauer, der auch für die CSU/BV im Grafrather Gemeinderat sitzt. Dort stellte er nun eine Anfrage, ob beim Gremium Interesse an einer PV-Anlage auf den drei Arealen besteht. Als direkt Betroffener war Riepl-Bauer dabei von der Beratung zwar ausgeschlossen. Allerdings stellte er das Projekt so ausführlich vor, wie es der frühe Planungsstand zuließ.

Demnach umfasst das Inninger Feld rund 21 Hektar, als Altinger Feld kommt auf etwa sieben Hektar und das Mühlhart auf drei. Allerdings würden die Flächen nicht komplett mit PV-Modulen bebaut, da Riepl-Bauer entsprechende Abstände zu den Wohnhäusern in Mauern einhalten möchte.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen FFB-Newsletter.)

Energiekrise – Gemeinderat fordert: „Tätig werden“

„Es wird höchste Zeit, dass wir im Ort tätig werden und uns Gedanken machen, wie wir uns energetisch aufstellen“, sagte Riepl-Bauer angesichts der aktuellen Energiekrise. Dabei könnten dann auch die Bürger profitieren. Denn gesetzlich ist es möglich, dass im Umkreis von vier Kilometern Haushalte und Betriebe Strom direkt von der Anlage beziehen können. Dieser wäre laut Riepl-Bauer deutlich günstiger als von den anderen Stromversorgern, da einige Entgelte und Gebühren wegfielen.

Bedenken wegen der Optik versuchte der Mauerner Landwirt schon im Vorfeld auszuräumen: „Unsichtbar ist so eine Anlage natürlich nicht, aber man kann sie gut mit Hecken eingrünen und in die Landschaft integrieren.“ Das überzeugte jedoch den ebenfalls aus Mauern stammenden Josef Hackl (Grafrather Einigkeit/GE) nicht. Er hielt es sogar für eine „Zumutung, den Mauernern so eine Anlage vorzusetzen“.

Diskussion um Grafrather PV-Anlage: Bürger involvieren

Beim Rest des Gremiums kamen die Pläne dagegen gut an – wenngleich noch einige Fragen zu klären sind. Vor allem wollen viele Ratsmitglieder die Bürger frühzeitig involvieren. Thomas Prieto Peral (Grüne) beantragte deshalb, ein Standort Konzept zu entwerfen, wie es auch von der bayerischen Staatsregierung empfohlen wird. Dabei könnten unter anderem Mindestabstände zur Bebauung und Forderungen für eine Eingrünung festgelegt werden. Dieser Antrag wurde mit 9:7 Stimmen abgesegnet.

Strittig war auch, ob eine Beteiligung der Gemeinde oder Bürger an der PV-Anlage möglich gemacht werden soll. Riepl-Bauer selbst lehnt dies ab. Er sieht in dem Areal eine Betriebsfläche seiner Landwirtschaft. Auch ist noch mit dem Landratsamt zu klären, wie damit umgegangen wird, dass die Flächen im Landschaftsschutzgebiet liegen. Letztlich stimmten die Ratsmitglieder aber grundsätzlich zu, dass das Projekt weiter verfolgt werden soll. Riepl-Bauer kann somit nun tiefer in die Planungen einsteigen.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck finden Sie auf Merkur.de/Fürstenfeldbruck.

Auch interessant

Kommentare