Unfassbare Vorkommnisse

Isar gesperrt: Wasserwacht bedroht

+
An der Tattenkofener Brücke in Geretsried wird eine Schild aufgehängt, das die Sperrung der Isar anzeigt.

Bad Tölz–Wolfratshausen - Am Sonntag hat das Landratsamt Bad Tölz–Wolfratshausen das Befahren der Isar verboten. Unglaublich: Retter der Wasserwacht und der DLRG wurden ignoriert und bedroht.

Laut Polizei ist das Befahren der Isar von der Tattenkofener Brücke bei Geretsried bis zur Marienbrücke in Wolfratshausen verboten. Der Grund für diese Verordnung: Seit dem Hochwasser, das Ende Juli und Anfang August 2014 auftrat, hat sich an verschiedenen Stellen in der Isar Treibholz angesammelt. Mittlerweile haben sich Baumstämme im Wasser verkeilt. Dieses Stämme sind zusammen mit den oft nicht sichtbaren, unter Wasser liegenden Ästen eine Gefahr für Schlauchbootfahrer, Kajakfahrer, Kanuten und allen, die sich in und auf der Isar bewegen. Mehrfach mussten die Wasserwacht und der Rettungsdienst in den vergangenen Tagen verunglückte Wassersportler bergen.

Laut der Polizeiinspektion Geretsried ereigneten sich am Samstag drei Unfälle mit Schlauchbooten und Kajak. Und zwar immer an derselben Stelle auf Höhe Geretsried/Gartenberg, an der Treibgut gegen eine Prallwand gedrückt wird. Wegen des hohen Wasserstandes konnten die Verunglückten nicht mehr gegen die Strömung, die die Boote gegen die Prallwand und teilweise unter das Treibgut drückt, ankämpfen.

Insgesamt wurden bei den Unfällen fünf Menschen verletzt. Zwei wurden mit dem Rettungshubschrauber in eine Münchner Klinik geflogen.

Wasserwacht bedroht

Unglaublich: Die Retter der Wasserwacht und der DLRG Geretsried, deren Ziel es ist, Menschenleben zu retten und zu beschützen, wurde wegen der Isar-Sperrung sogar beschimpft und bedroht.

Nach einem ersten Rettungseinsatz am Samstag warnten Wasserrettungskräfte der Wasserwacht Wolfratshausen vom Ufer aus die vorbeifahrenden Bootsbesatzungen. Sechs Boote missachteten die Warnungen bewusst. Und dann kam es, wie es kommen musste: Von den sechs Booten verunglückten vier an einem sogenannten Prallhang.

Dort trifft die Strömung auf das Ufer und unterspült dieses. Zusammen mit den Bäumen, die an dieser Stelle ins Wasser gestürzt sind ergibt sich eine regelrechte Falle für Boote und Schwimmer.

An diesem Prallhang zog sich eine junge Frau aus München lebensgefährliche Verletzungen zu. "Nur dem Umstand, dass die Rettungskräfte bereits vor Ort waren und lebensrettende Sofortmaßnamen eingeleitet haben ist es zu verdanken, dass schlimmeres verhindert werden konnte", heißt es in einer Pressemitteilung der Wasserwacht.

Unglaublich: Während der Rettungshubschrauber mit der jungen Frau abhob, flüchteten ihre Freunde mit dem Raft. Offenbar wollten sie sich einer Aufnahme ihrer Personalien entziehen.

„Was ich heute hier wieder erlebt habe, lässt mich ernsthaft am Verstand unserer Spassgesellschaft zweifeln", meint Peter Knoblich von der Wasserwacht Wolfratshausen. Er wurde sogar von einem der Freizeitbootfahrer bedroht, als er ihn vor der Gefahr warnen wollte. Nur Minuten nach dem sich dieser den "Eingriff in seine persönliche Freiheit" verbeten hatte kenterte er bei Geretsried.

fro

Auch interessant

Meistgelesen

Bombenalarm am Gymnasium Tutzing: Abi-Prüfungen fanden statt
Bombenalarm am Gymnasium Tutzing: Abi-Prüfungen fanden statt
Flugzeugteil auf Weide gestürzt - das sagt der Landwirt
Flugzeugteil auf Weide gestürzt - das sagt der Landwirt
Freund beim Sexspiel mit Kreissäge getötet - Urteil
Freund beim Sexspiel mit Kreissäge getötet - Urteil
Flüchtlinge treten vor dem Landratsamt Ebersberg in Hungerstreik
Flüchtlinge treten vor dem Landratsamt Ebersberg in Hungerstreik

Kommentare