Täter in Österreich gefasst

Bewegender Abschied von Meilinger Raubmordopfer

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Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr tragen den Sarg mit den sterblichen Überresten ihres früheren Kommandanten zum Grab.

Meiling - Bewegender Abschied: Ganz Meiling und viele andere Trauergäste haben Markus Krönauer das letzte Geleit gegeben. Er war bei einem Raubüberfall tödlich verletzt worden.

Das Foto auf dem Altar der kleinen Dorfkirche zeigt einen attraktiven, sympathischen Mann. Er lächelt. Seine Augen blitzen lebhaft. Es ist so, als weilte er noch mitten unter uns. Aber Markus Krönauer ist eine Woche zuvor bei einem Raubüberfall auf sein Haus brutal aus dem Leben gerissen worden.

Inzwischen konnten die mutmaßlichen Täter in Österreich gefasst werden.

Am Samstag sind zahlreiche Angehörige, Verwandte, Freunde, Kollegen und Nachbarn in die Kirche St. Margaretha in Meiling gekommen und haben dem Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen. Und es war, als hätte der liebe Gott an diesem traurigen Tag den Himmel frei geräumt und zum Abschied einen dieser wunderbaren goldenen Herbsttage geschickt. Der Sonnentag passte auf Geschriebenes in der Traueranzeige: „Sonnige, leuchtende Tage. Nicht weinen, dass sie vergangen. Lächeln, dass sie gewesen.“

Ein freundlicher, feiner Mann sei er gewesen, erinnert Pfarrer Roland Böckler in der Predigt an den Meilinger. Ein unverstelltes, echtes Wesen und ein anregender Gesprächspartner, der immer ein offenes Ohr für andere gehabt habe. „Wie vielen hat er Kraft gegeben, den Blick geweitet. Durch seine Wesensart hat er uns tief beschenkt.“ Die kleine Kirche kann nicht alle Trauergäste fassen. Manche sitzen draußen, viele stehen. Alle sind sie fassungslos, traurig. Aber auch wütend angesichts dieses sinnlosen Raubmordes.

Sein ganzes Leben hatte der Verstorbene in Meiling verbracht. In Seefelds Ortsteil war er zur Welt gekommen und ist er aufgewachsen, dort heiratete er und bekam mit seiner Frau drei Söhne. Nach seiner Lehre als Flugzeugbauer bei Dornier arbeitete er 16 Jahre in einem Weßlinger Elektrogeschäft. Die Familie baute vor 33 Jahren ein Haus. Der ausgeprägte Umweltgedanke des Familienvaters führte dazu, dass er sich schon früh mit alternativer Energie befasste und auf seinem Dach eine Fotovoltaik-Anlage installierte. Für das Haus, „das uns leider jetzt zum Verhängnis wurde“. Diese erschütternden Worte sagte die Ehefrau des Toten zum Pfarrer, als er sie im Krankenhaus besuchte. Umso erschütternder, weil sie wegen der ihr von den Räubern zugefügten Verletzungen nicht an der Trauerfeier teilnehmen konnte.

Ein bescheidener, liebenswürdiger Mann sei er gewesen, gedachte Bürgermeister Wolfram Gum des Toten. Markus Krönauer war politisch als Ortssprecher aktiv, 27 Jahre erster Kommandant der Feuerwehr, Mesner, Frischluftfanatiker und begeisterter Radler. „Ich kannte ihn als ruhigen, disziplinierten Gesprächspartner, der seinen Glauben aktiv lebte.“ Und plötzlich schien es, als überkomme den Rathauschef die Wut, diesen wertvollen Bürger bei einer so unverständlichen Tat verloren zu haben. Er richtete den dringenden Wunsch an die große Politik, dass dem Schutz in den eigenen vier Wänden endlich mehr Beachtung geschenkt werde.

„Mir wird der Meinungsaustausch mit dir fehlen.“ An dieser Stelle stockte dem Feuerwehr-Kommandant Jörg Altmann die Stimme. Er verabschiedete das langjährige Feuerwehrmitglied und den ehemaligen Kommandanten vor dem Grab - und sprach den Trauergästen aus dem Herzen: „Markus, Ruhe in Frieden.“

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