Mensa Garching: Messerspitze im Hühnchen

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Wo die abgebrochene Messerspitze herkommt, ist bislang noch ungeklärt.

Garching - Eigentlich bestellte er nur Hühnchenbrust mit Kartoffelecken und Salat. Was ein Mitarbeiter der Technischen Universität Garching in der Mensa dann aber auf den Teller bekam, hatte es in sich: Eine abgebrochene Messerspitze steckte in seinem Fleischstück.

Mittagspause an der TU Garching (Kreis München). Dutzende Studenten und Mitarbeiter treibt der Hunger in die Mensa. Für einen jungen Doktoranden der Uni soll es an diesem Tag eine Portion Hühnchenbrust mit Beilagen sein. Er nimmt sich ein Tablett, setzt sich mit seinen Kollegen an einen Tisch und fängt an zu essen. Nach ein paar Bissen jedoch kommt die böse Überraschung: Eine abgebrochene Messerspitze ragt aus dem Hühnchenfleisch hervor.

Zum Glück des 26-Jährigen ist das scharfe Metallstück so groß, dass er es noch erkennt, bevor er es sich in den Mund schiebt. „Ich war gerade im Gespräch mit meinen Kollegen, als mir dieses Ding noch aufgefallen ist“, berichtet der junge Mann. Haarscharf sei das gewesen.

Das Münchner Studentenwerk, das für die Mensa in Garching und für 31 weitere Mensen und Cafeterien in Oberbayern verantwortlich ist, reagiert prompt. Der Küchenchef in Garching stoppt die Essensausgabe in sämtlichen Einrichtungen des Werks.

Markus Seifner, stellvertretende Hygienleiter des Studentenwerks, kann sich den pikanten Inhalt der Hühnchenbrust nicht erklären: „Das ist sehr erschreckend und darf nicht passieren. Bei uns in der Küche wird Fleisch jedoch nur aufgetaut und gebraten“, betont Seifner. Mit Messern werde bei ihnen eigentlich nicht gearbeitet. Deswegen setzte sich Seifner umgehend in Verbindung mit dem Kooperationspartner, der die Mensen seit Jahren schon mit Essen beliefert. „Normalerweise werden die Produkte dort mit dem Metalldetektor überprüft, bevor sie verpackt werden“, erklärt Seifner weiter. Doch in der Qualitätssicherungsabteilung des Herstellerbetriebs herrscht ebenfalls Ratlosigkeit.

„Auch bei uns in der Produktion arbeiten wir eigentlich nicht mit Messern“, wie eine Mitarbeiterin der Firma zunächst berichtete. Die Münchner schickten das Corpus Delicti zu der Firma, um der Sache dort auf den Grund gehen zu können. Anhand der Chargennummer wurde das Stück Fleisch bis zu seinem Ursprung zurückverfolgt. Ergebnis: Auch hier Kopfschütteln, die Messerpsitze stamme nicht aus der Firma. Deswegen wurde mittlerweile auch die Lebensmittelüberwachung des Landratsamtes München eingeschaltet. Für den betroffenen Doktoranden hatte die Sache dennoch ein Gutes. Als Wiedergutmachung darf er sich nun über Essensgutscheine für die Mensa freuen, die er mit einem Schmunzeln quittierte.

Von Katharina Blum und Patrick Wehner

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