Herzanfall: Rentner kracht ins Wohnzimmer

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An einer Hausmauer endete die Fahrt eines 77-jährigen Mannes.

Oberschleißheim - Ein 77-Jähriger ist in Oberschleißheim nach einem Herzanfall in seinem Mercedes ungebremst gegen eine Mauer gefahren und im Krankenhaus gestorben.

Erst explodierte der Airbag, dann die Gulaschkanone vor dem Beifahrersitz. Ein lauter Knall – Sekundenbruchteile später stand der Mercedes mit der Schnauze in einem Zimmer. Am Steuer saß ein 77-jähriger Witwer, der geradeaus durch die 90-Grad-Kurve gefahren war. Er hatte am Steuer offenbar einen tödlichen Herzanfall erlitten. Dafür spricht auch, dass keine Bremsspuren gefunden wurden.

Rentner kracht ins Wohnzimmer

Bilder: Mercedes prallt gegen Hausmauer

Der Unfall geschah am Mittwoch um 18.30 Uhr in der Effnerstraße in Oberschleißheim, nur einen Steinwurf vom Schloss entfernt. Beim Aufprall gegen die Hauswand hatte der Rentner lediglich leichte Verletzungen erlitten.

Der 77-jährige Oberschleißheimer war gegen 18.30 Uhr in der Bahnhofstraße unterwegs, wollte nach links in die Effnerstraße abbiegen. Diese Nebenstrecke am Schloss nutzen viele Schleißheimer, um die oft stark befahrene Ortsdurchfahrt (B 471) zu umgehen. Sie führt über eine enge Brücke mit Betongeländern, die sich nur wenige Meter vor der Unfallstelle befindet. „Wir haben schon immer befürchtet, dass hier irgendwann mal einer in die Mauer donnert“, sagte ein Anlieger der tz.

Das Erdgeschoss des maroden, über 100 Jahre alten Gebäudes ist zur Zeit unbewohnt, es gab keine weiteren Verletzten. Die Bewohner des ersten Stocks kamen mit einem gehörigen Schrecken davon. Kein Wunder, denn das demolierte Zimmer sah vogelwild aus: die Ziegelsteine waren bis aufs Sofa geflogen, die Einrichtung ist mit Mörtelbrocken, Glas- und Holzsplittern übersät.

Zunächst sah es so aus, als ob auch der Unfallfahrer Glück gehabt hätte. Die Rettungskräfte konnten ihn ohne sichtbare schwere Verletzungen aus dem Wrack seines Mercedes befreien. Sein Zustand verschlechterte sich jedoch rapide. Er wurde noch mit einem Rettungshubschrauber in ein Münchner Krankenhaus geflogen, konnte aber nicht mehr gerettet werden.

Die demolierte Hausmauer wurde noch abends verschalt. Am Tag nach der Tragödie schauten immer wieder Einheimische am Unfallortvorbei.

Andreas Beez

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