Mercedes voller Schokolade: Polizei stoppt Priester

Freising - Was machen zwei Priester mit einem überladenen, alten Mercedes voller Süßigkeiten? Dieser Frage ging die Freisinger Verkehrspolizei auf den Grund - und griff den beiden Gottesmännern unerwartet unter die Arme.

Bereits am Donnerstagnachmittag ist den Beamten der Verkehrspolizei Freising ein rumänisches Fahrzeuggespann aufgefallen, das augenscheinlich die zulässigen Anhängelasten weit überschritten hatte.

Bei der durchgeführten Wiegung auf der Dienststelle bewahrheitete sich die Vermutung und es musste festgestellt werden, dass die Anhängelast des Fiat Multipla um gut 30 Prozent überschritten war.

Leicht verwundert über die doch so hohe Überschreitung, wurde der auf dem Anhänger geladene 20 Jahre alte Mercedes genauer unter die Lupe genommen. Neben den zugehörigen Sommerreifen auf dem Rücksitz, war der gesamte Kofferraum sowie die Fußräume mit Nuss-Nougat-Creme, Süßigkeiten, Schokolade, Waschmittel, Windeln und Kinderkleidung vollgepackt.

Auf die Hintergründe der kalorienhaltigen Ladung angesprochen, gaben die beiden Herren in allerbestem „deutsch-rumänisch-englisch“ an, dass sie rumänisch-orthodoxe Priester aus Timisoara (ehem. Temeschburg) seien und den Mercedes und vor allem die Süßigkeiten, für ein von ihnen betreutes Kinderdorf benötigen. Das außergewöhnliche Aussehen, wie langer Bart und Priesterhut, der Beiden war somit auch geklärt.

Sie gaben weiter an, dass sie sich den Fiat Multipla, sowie den Anhänger von einem Bekannten für viel Geld geliehen hätten. Und auch die Süßigkeiten sowie das dringend benötigte Waschmittel, konnten sie sich nur unter Inanspruchnahme ihres eigenen Geldes leisten.

Was die Gewichtsübertretung den Kosten würde, war die Frage der Priester. Sie würden für ihr Fehlverhalten gerne die Strafe bezahlen, um keinen schlechten Eindruck zu hinterlassen.

Bei der Benennung der Höhe der Geldbuße wurde allen Beteiligten (zwei Priester und zwei Polizisten) etwas komisch in der Magengegend. Die erforderlichen 260,00 Euro Bußgeld, waren eine utopische Summe für die beiden Kirchenmänner.

Die Problemstellung war schnell klar: Wie macht man aus über 30 Prozent Überladung, mit einem Bußgeld von 260,00 Euro, weniger als 15 Prozent Überladung mit einem Verwarnungsgeld von 35,00 Euro? Umladen war die Devise.

Alle schweren Sachen aus dem geladenen Mercedes wurden in den ziehenden Fiat umgeladen - alle leichten Sachen aus dem Fiat wurden in den Mercedes gepackt. Der Austausch Schokocreme und Waschmittel gegen Schlafsäcke und Kissen war schnell vollzogen und so war der zweite Blick auf die Waage deutlich stressfreier. Der Anhänger war „nur“ noch um 14 Prozent überladen - der Pkw um neun Prozent. Das nun fällige Verwarnungsgeld in Höhe von 35,00 Euro wurde in eine mündliche Verwarnung umgewandelt und die überglücklichen rumänischen Priester konnten ihre Fahrt fortsetzen.

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