Schwerer Unfall in München: Mindestens ein Mensch lebensgefährlich verletzt

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Ärger beim Meridian

"Wir sind zu schwer": Fahrgäste müssen Zug verlassen

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In einem Meridian-Zug wie diesem ereignete sich der Vorfall. Am Bahnhof in Grafing musstem 50 Fahrgäste raus.

Grafing - Da staunten die Pendler nicht schlecht: Mittwochfrüh sollten 50 von ihnen plötzlich den Meridian in Grafing verlassen. Der Grund: Sie waren zu schwer.

Wenn ein Mann zu seiner Frau sagt, sie sei zu dick, hängt der Haussegen schief. Das hört schließlich keiner gern. Dementsprechend waren die Pendler Mittwochfrüh nicht gerade begeistert, als der Lokführer des Meridians in Grafing per Lautsprecher verkündete: "Die Gesamtlast des Zuges ist überschritten." 50 Fahrgäste müssen raus. Ernsthaft?

Ein unglaublicher Vorfall, findet die Grafingerin Rita Eder. Sie hat sich an unsere Redaktion gewendet und beschrieben, wie sie die Sache erlebt hat. Der Zug fuhr um 7.19 Uhr in den Grafinger Bahnhof ein, sie wartete am Gleis. Die Bahn war ziemlich voll, aber noch wunderte sich niemand. Irgendwann klang dann eine Durchsage aus den Lautsprechern. "Die war völlig unverständlich", sagt die Grafingerin. Deswegen stiegen alle Wartenden in den Meridian ein.

Doch es ging nichts vorwärts. Der Zug fuhr nicht los. Dann die Erklärung, diesmal deutlicher: "Es müssen Personen aussteigen, da der Zug die Gesamtlast überschritten hat", informierte der Lokführer die Fahrgäste - "mindestens 50". Niemand folgte. Wie sollte man da auch eine Auswahl treffen? Die Korpulenteren zuerst - oder wie?

Und ein anderes Problem gab es auch noch: Die S-Bahn war kurz zuvor bereits abgefahren, deswegen gab es auch keine Alternative für die Fahrgäste nach München. Ratlose Gesichter im Zug. Der Lokführer wiederholte seine Ansage noch mehrfach: "Wir sind zu schwer, Sie müssen raus." Jetzt mal verknappt dargestellt.

Etliche Fahrgäste genervt

"Es kam noch die Durchsage, dass nach uns der Rosenheimer Zug käme", so die Grafingerin. Doch da dieser eigentlich nicht in Grafing hält, wollte keiner den Meridian verlassen. Nach etwa 20 Minuten stiegen etliche Personen genervt aus, berichtet Eder.

"Der Zug fuhr ausnahmsweise in einfacher Traktion", erklärt ein Meridian-Sprecher auf Nachfrage. Gewöhnlich sei zu dieser Stoßzeit ein zweiter Zugteil unterwegs. "Das war an diesem Tag aus betrieblichen Gründen nicht möglich", so der Sprecher.  So sei es dazu gekommen, dass der Meridian tatsächlich hoffnungslos überfüllt war. Und viel zu schwer.

"Sicherheit geht vor"

"Der Lokführer hat eine Anzeige, der ihn in diesem Fall warnt", sagt der Sprecher. Aus Sicherheitsgründen dürfe er dann nicht weiterfahren. "Das ist natürlich sehr ärgerlich für die Fahrgäste. Aber Sicherheit geht vor." Das Unternehmen bedauere den Vorfall sehr und setze künftig wieder Doppeltraktionen für diese Verbindung ein.

Salzburger Zug schafft Abhilfe

Laut Sprecher wurde die Situation in Grafing allerdings schnell gelöst. "Der Zug aus Salzburg hielt ausnahmsweise. Sonst fährt er nur durch den Bahnhof."

Damit ging es für Rita Eder tatsächlich nach wenigen Minuten Richtung München. Es hätte aber alles schneller und einfacher gehen können. Eder: "Wäre gleich gesagt worden, dass der Rosenheimer Zug außerplanmäßig hält, wären viele sofort ausgestiegen."

Susanne Weiß

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