Überlebende warnen vor neuerlichem Antisemitismus

Dachau: Merkel und Seehofer gedenken KZ-Befreiung

KZ Dachau, Befreiung, Merkel, Seehofer
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Vor 70 Jahren wurde das KZ Dachau von den Alliierten befreit. Kanzlerin Merkel und Ministerpräsident Seehofer waren bei der Gedenkveranstaltung zusammen mit Vertretern der jüdischen Gemeinde und Überlebenden zugegen. Bilder.
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Vor 70 Jahren wurde das KZ Dachau von den Alliierten befreit. Kanzlerin Merkel und Ministerpräsident Seehofer waren bei der Gedenkveranstaltung zusammen mit Vertretern der jüdischen Gemeinde und Überlebenden zugegen. Bilder.
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Vor 70 Jahren wurde das KZ Dachau von den Alliierten befreit. Kanzlerin Merkel und Ministerpräsident Seehofer waren bei der Gedenkveranstaltung zusammen mit Vertretern der jüdischen Gemeinde und Überlebenden zugegen. Bilder.
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Vor 70 Jahren wurde das KZ Dachau von den Alliierten befreit. Kanzlerin Merkel und Ministerpräsident Seehofer waren bei der Gedenkveranstaltung zusammen mit Vertretern der jüdischen Gemeinde und Überlebenden zugegen. Bilder.

Dachau - Zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau waren Kanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Seehofer anwesend. Überlebende des Lagers warnten vor neuerlichem Antisemitismus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau den Überlebenden für ihr Engagement als Zeitzeugen gedankt. „Es ist ein großes Glück, dass Menschen wie Sie bereit sind, uns ihre Lebensgeschichten zu erzählen, das unendliche Leid, das Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus über Sie gebracht hat“, sagte Merkel am Sonntag bei der Gedenkveranstaltung in Dachau.

Die Kanzlerin wandte sich damit besonders an die angereisten hochbetagten Überlebenden, die in berührenden Reden ihre Erinnerungen schilderten. Erst damit bekämen nackte Zahlen ein Gesicht, sagte Merkel. Das Geschehene sei so unvorstellbar - umso wichtiger seien die Berichte. Sie nahm als erste Kanzlerin an der Gedenkveranstaltung zur Lagerbefreiung teil. Merkel war bereits 2013 in Dachau, jedoch nicht beim Jahrestag.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte, in Deutschlands dunkelster Zeit sei Dachau zu einem Synonym des Schreckens geworden. „Wir verneigen uns an diesem Ort in Demut und Respekt und versichern: Die Opfer bleiben unvergessen!“, sagte Seehofer. „Freiheit und Demokratie brauchen Erinnerung. Die Erinnerung an unvorstellbares Leid mündet in das Bekenntnis: Nie wieder!“

Beim Gedenken im ehemaligen Krematorium saß Merkel neben dem Präsidenten der Lagergemeinschaft Dachau, Max Mannheimer. Der 95-Jährige äußerte sich besorgt angesichts von neuem Rassismus und Antisemitismus in der Welt. „Aus dem historischen Gedenken muss ein verantwortliches Bewusstsein hervorgehen.“

Auch Vertreter des Judentums in Deutschland warnten in Reden vor einem Wiederaufleben von Intoleranz und Gewalt gegen Andersdenkende. „Wenn ich darauf blicke, wie heute einige Bürger gegen Flüchtlinge hetzen oder wie abwertend über Juden gesprochen wird - dann frage ich mich: Wie sehr ist das hohe Gut der Menschenwürde eigentlich noch in den Köpfen verankert?“, sagte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster.

Alle Schulklassen müssten verpflichtend eine KZ-Gedenkstätte besuchen, verlangte Schuster. Junge Menschen müssten begreifen: „Ihr seid nicht schuldig, aber Ihr tragt Verantwortung.“ Das Anliegen wolle er im Bayerischen Landtag voranbringen - und er hoffe, dass das Beispiel dann aufgegriffen werde.

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch warnte davor, einen „Schlussstrich“ zu ziehen. „Ich plädiere dringend dafür, den Heutigen unsere Geschichte nicht als Last, sondern als Chance näherzubringen - als Motivation zu Mündigkeit, Wehrhaftigkeit und Menschlichkeit.“

An der Gedenkfeier nahmen rund 130 Überlebende mit ihren Angehörigen teil, dazu US-Veteranen sowie zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland. US-Truppen hatten das Lager mit rund 30 000 Häftlingen am 29. April 1945 befreit. Zum Jahrestag war ein Duplikat der gestohlenen Tür mit der zynischen Inschrift „Arbeit macht frei“ eingesetzt worden. Vor allem Überlebende hatten auf den Ersatz gedrungen - damit die Gäste die menschenverachtende Formulierung gleich am Eingang so lesen können, wie sie selbst sie Jahrzehnte zuvor.

dpa

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