Messer-Attacke in Schule: Eine Beziehungstat ?

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Die Schüler am Josef-Hofmiller-Gymnasium reagierten geschockt

Freising - Nach der Messer-Attacke einer 15-Jährigen auf eine Mitschülerin in einer Freisinger Schule laufen die Ermittlungen. Die beiden Mädchen waren nach tz-Informationen befreundet - spekuliert wird über eine Beziehungstat.

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Mädchen sticht an Schule mit Messer auf Mitschülerin ein

Sie waren jahrelang befreundet, teilten die Schulbank – doch plötzlich stach sie einfach zu! Dramatischer Vorfall am Josef-Hofmiller-Gymnasium in Freising (1200 Schüler): Eine 15-Jährige hat am Mittwochvormittag mit einem Küchenmesser auf eine Mitschülerin (16) eingestochen – mitten im Unterricht. Mehrere Male sticht das Mädchen mit einer 15 Zentimeter langen Klinge wie im Wahn auf ihre Banknachbarin ein, verletzt sie schwer am Oberkörper und fügt ihr tiefe Schnittwunden an den Händen zu, als die Mitschülerin sich zu wehren versucht. Doch zum Glück hat das Opfer mutige Klassenkameraden: Sie stürzen sich auf die Angreiferin und stoppen sie. „Sie haben die Täterin sofort überwältigt und dem Sekretariat übergeben. Von dort wurde auch umgehend ein Notruf abgesetzt“, sagt Hans-Peter Kammerer vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord. Das Opfer der Messerattacke erlitt gefährliche Stich- und Schnittverletzungen und kam sofort ins Krankenhaus. „Lebensgefahr besteht zum Glück nicht“, so Kämmerer.

Bilder: Messer-Angriff am Freisinger Gymnasium

Bilder: Messer-Angriff am Freisinger Gymnasium

Die schlimme Tat – sie passiert gegen zehn Uhr morgens in einer zehnten Klasse: Im Erdgeschoss läuft gerade der Latein-Unterricht, da klopft es an der Tür des Klassenzimmers. Es ist eine Schülerin aus einer anderen Klasse, sie braucht einen Schlüssel für den Sportunterricht. „Ich hole ihn und bin gleich zurück“, sagt die Lehrerin noch und verlässt kurz den Raum. Das nutzt die Schülerin zum Angriff: „Auf einmal hat die 15-Jährige auf die neben ihr sitzende 16-Jährige eingestochen“, berichtet Polizeisprecher Kammerer. Das Opfer wird völlig überrascht.

Die Staatsanwaltschaft rätselt noch über das Motiv der Messerattacke. Unklar ist auch, wie das Messer in die Schule kam. Ermittelt wird wegen versuchten Tötungsdeliktes.

Nach tz-Informationen waren beide Mädchen befreundet und sehr vertraut, teilten jahrelang die Schulbank. Auf dem Schulhof in Freising spekuliert man über eine Beziehungstat. Zum Streit zwischen den Mädels kam es angeblich wegen eines Jungen aus der Oberstufe, in den die Täterin verliebt war. Doch er mochte nicht sie, sondern ihre Freundin – das war für die Täterin offensichtlich unerträglich.

Auch Felicia uhd Jessica (beide 16) haben das gehört. Sie gehen in die elfte Klasse, schreiben in der vierten Stunde gerade eine Schulaufgabe in Geschichte, als plötzlich eine Durchsage kommt. „Da hieß es, jetzt kommt die Polizei in die Schule, aber wir sollen Ruhe bewahren“, erzählen sie. Erst später erfahren sie, dass an ihrer Schule ein Mädchen fast erstochen wurde. „Wir hatte große Angst“, sagen beide.

In den anderen Klassen lief der Unterricht nach Polizeiangaben normal weiter – so normal es eben geht. Das Kriseninterventionsteam Erding-Freising kümmerte sich um die Schüler. „Wir werden jetzt viele Gespräch mit den Kindern führen“, sagt Christine Rattenhuber vom KIT. Die Täterin wurde inzwischen in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Andreas Thieme

 

2002 schockte der Amoklauf von Anton Labus die Freisinger

Ein Schuldrama in Freising – da werden schlimme Erinnerungen wach: Vor fast zehn Jahren, am 19. Februar 2002, schockte der Amoklauf von Adam Labus die Menschen im Freistaat. Der 22-jährige Freisinger wollte sich an jenem Tag an all jenen rächen, von denen er glaubte, sie seien Schuld an seinem verpfuschten Leben.

Als erstes nahm der Waffennarr an jenem Tag seine beiden Ex-Chefs ins Visier. Es ist 7.50 Uhr, als er in die Halle einer Verpackungsfirma in Eching stürmt. Im Maschinenraum trifft er auf Hans M., seinen ehemaligen Vorarbeiter. Labus sagt kein Wort. Er zieht eine Pistole und drückt ab. Sein zweites Opfer, Betriebsleiter André W., will fliehen, doch von hinten strecken ihn zwei Schüsse nieder. Labus ist noch nicht am Ende. Nächstes Ziel ist die Wirtschaftsschule in Freising. Dort sucht er seinen EDV-Lehrer Herbert L. Doch der Pädagoge liegt an diesem Tag mit Grippe im Bett. Labus marschiert zu Schulleiter Klaus Cislak, den er regelrecht hinrichtet. Einen Lehrer, der ihn am Gang anspricht, verletzt er schwer.

Mit einem Schuss in den Mund richtet sich Labus schließlich selbst. SEK-Beamte entdecken seine Leiche dreieinhalb Stunden nach der Tat im ersten Stock des Gebäudes.

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