Droht der Austritt aus der Metropolregion?

Die Weilheimer haben die Nase voll von München

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München wächst unaufhörlich - zu Lasten der umliegenden Landkreise

Die Region hat ein gespaltenes Verhältnis zur Landeshauptstadt München. Das bewies sich jetzt wieder im Kreisausschuss. Da wurde umfassend darüber debattiert, ob der Landkreis aus dem Europäische Metropolregion München e.V. austreten soll oder nicht.

Landkreis – Hans Geisenberger (Unabhängige/ÖDP, Sachsenried) stellte den Antrag, der Landkreis möge aus dem Europäische Metropolregion München e.V. austreten. Und stellte anschließend den Antrag, die Debatte möge – im Gegensatz zum Vorschlag der Verwaltung – auch öffentlich geführt werden.

Dem zweiten Wunsch wurde nach einigem Hin und Her dann auch entsprochen. Und Geisenberger machte aus seinem Herzen keine Mördergrube, als er seinem Unmut über die Arbeit des Vereins Luft machte: „In den vergangenen Jahren ist mir nicht bekannt geworden, wo ich sagen würde, das bringt uns in irgendeiner Form etwas“, sagte Geisenberger. „Selbst beim Hundesportverein bekomme ich mehrmals pro Jahr eine Mitteilung, was die machen. Bei der Metropolregion indes bekommt man gar nichts mit.“

Dem widersprach Landrätin Andrea Jochner-Weiß: „Wir haben viele Einladungen zu verschiedenen Veranstaltungen der Metropolregion, die im Jahr bei uns eingehen.“ Die Mitarbeiterin des Landratsamtes, die normalerweise den Kontakt zur Metropolregion halte, sei aber seit längerem im Krankenstand und könne daher derzeit nicht Auskunft geben.

Münchner Geschäftsführer mit Wut im Bauch

Das übernahm dann der Geschäftsführer des Metropolregion-Vereins, Wolfgang Wittmann, der mit einiger Wut im Bauch angereist war. Er stellte insbesondere den Solidargedanken, der den Verein trage, in den Mittelpunkt. Es gehe darum, dass sich die Landkreise aus dem Münchener Umland vernetzen und gemeinsam nach Lösungen suchen, um die Herausforderungen durch das starke Wachstum zu meistern. Er verwies auf zahlreiche Konferenzen und den BauKultur-Preis, den der Verein ausgelobt habe.

Mit dieser Argumentation biss er bei den meisten Kreisräten allerdings auf Granit. „Die Stadt München und die Landkreise in der Metropolregion haben grundverschiedene Interessen“, sagte Hans Geisenberger. Peter Ostenrieder (CSU, Peiting) meinte, die Veranstaltungen, die der Verein organisiere, „bieten auch andere, beispielsweise die IHK, regelmäßig an. Wir brauchen nicht alles doppelt und dreifach.“ Es gehe nicht um die 8000 Euro Jahresbeitrag, die der Landkreis bezahlen, sondern darum, dass er für die Region keinerlei Vorteile sehe, der Verein zu München-fokussiert sei.

„Wir wollen nicht das Wohn- und Schlafzimmer von München sein“

Ähnlich argumentierte auch Susann Enders (Freie Wähler, Weilheim): „Wir wollen nicht nur als potenzielles Wohn- und Schlafzimmer der Stadt München wahrgenommen werden.“ Michael Asam (SPD, Peiting) berichtete, dass seine Anschreiben an den Verein noch nicht einmal beantwortet worden seien und befand: „Ich sehe keine effektive Zusammenarbeit bei konkreten Problemen.“

In seiner nächsten Sitzung will der Kreisausschuss über den Austritt entscheiden.

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