Nachruf

Zum Tod von Michael Leonbacher: Auf dem Höhepunkt seiner Karriere aus dem Leben gerissen

Michael Leonbacher wäre bald wieder Opa geworden.

Michael Leonbacher hat viel gearbeitet in seinem Leben. Gerade in den letzten Monaten war seine Karriere auf die Überholspur eingebogen.

Gröbenzell –  Vom ehrenamtlichen Kommunalpolitiker wurde er zum Pressesprecher im bayerischen Wirtschaftsministerium und zum stellvertretenden Regierungssprecher berufen. Der Gröbenzeller war aber auch ein kulturbegeisterter Genussmensch und Frankreich-Liebhaber. Die Lücke, die der mit 57 Jahren plötzlich verstorbene Leonbacher in der Familie, im Freundeskreis und an all seinen Wirkungsstätten hinterlassen hat, ist groß. Das betrifft auch den Deutsch-Französischen Verein in Gröbenzell. Er pflegt die Freundschaft mit der Partnergemeinde Garches westlich von Paris und feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen.

Zum Tod von Michael Leonbacher:  „Mein Mann war sehr frankophil“

An Pfingsten wollte Leonbacher mit einer Reisegruppe zu den Jubiläumsfeierlichkeiten nach Frankreich fahren. Er sprach fließend Französisch und war im Gemeinderat unter anderem Partnerschaftsreferent. „Mein Mann war sehr frankophil“, erzählt Cornelia Leonbacher. Die beiden reisten auch gern nach Italien und Südtirol, wanderten und genossen die landestypische Küche. Für gutes Essen – besonders alle Arten von Braten – und guten Wein konnte Michael Leonbacher sich begeistern. Und er war auch selbst ein hervorragender Koch. „Eine seiner Spezialitäten war gefüllte Kalbsbrust.“

17 Jahre war der gebürtige Münchner mit seiner zweiten Frau verheiratet. Zwei Söhne hatte der Musikliebhaber und begeisterte Golfspieler aus erster Ehe, zwei Stieftöchter aus der zweiten. Stolz trug er in letzter Zeit bei Familienfeiern sein erstes Enkelkind auf dem Arm. Das zweite, auf das er sich sehr freute, ist unterwegs – es wird seinen Großvater nun nicht mehr kennenlernen.

Michael Leonbacher ging in Fürstenfeldbruck zur Schule

Michael Leonbacher wurde in München geboren, kam jedoch schon als Kleinkind mit seinen Eltern nach Malching. Er besuchte das Graf-Rasso-Gymnasium in Bruck, wo er als Schülersprecher erste Erfahrungen darin sammelte, Interessen zu vertreten, konstruktive Kritik zu üben und sich zu behaupten.

Nach dem Abitur begann er ein Bauingenieur-Studium, das er aber nach zwei Semestern abbrach. Stattdessen ging er in die Lehre zu einem Notar, wurde Inspektor und arbeitete sich hoch bis zum Amtsrat. Noch keine 30 Jahre alt, begann der Opernliebhaber sich in der Kommunalpolitik zu engagieren.

Zum Tod von Michael Leonbacher: „Mein Mann war ein großer Menschenfreund“

Ab 1990 saß er für die Freien Wähler in Maisach, später in Gröbenzell im Gemeinderat und im Kreistag. 2002 lernte er Hubert Aiwanger kennen, der ihn im letzten Herbst in die professionelle Politik holte. Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) reagierte bestürzt. Vielleicht die wichtigste Voraussetzung, um Bürger erfolgreich zu vertreten, brachte Leonbacher mit. „Mein Mann war ein großer Menschenfreund“, sagt Cornelia Leonbacher. „Er hat niemals schlecht oder verächtlich über andere geredet und hat alle so sein lassen, wie sie sind.“ 

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