Vorwürfe nach Ausfällen

Schlecht geräumt – BOB beschwert sich über DB Netz

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Eine BOB kämpft sich durch den Schnee.

Über einen Tag lang kein Zug – diese Erfahrung haben die Pendler im Oberland hinter sich. Seit Sonntag ging südlich von Holzkirchen teilweise bis Dienstag gar nichts mehr.

Miesbach/Bad Tölz–  Die Schuld für den Stillstand weist der Chef der Bayerischen Oberlandbahn, Fabian Amini, aber von sich. Vielmehr gebe es Versäumnisse bei DB Netz – die Bahntochter ist für den Unterhalt der Gleise zuständig. „Die Bahn hat zu spät und zu wenig Kapazitäten zum Schneeräumen zur Verfügung gestellt“, sagte Amini unserer Zeitung.

Das Problem begann, so stellt es Amini dar, schon am Sonntag früh vor Betriebsbeginn. In Schaftlach sei der Räumdienst erst um halb sechs Uhr aufgetaucht, Weichen schneiten so sehr zu, dass auch die Weichenheizungen nicht mehr halfen. Da sich die BOB-Strecke dort in die Abzweige nach Tegernsee und Lenggries teilt, war das ein Problem. Eine von der DB eingesetzte „Räumlok“ habe kapituliert.

Klage über „nicht gemachte Hausaufgaben“

Auch an anderen Stellen habe die DB versäumt, ordentlich zu räumen. „In Schliersee haben wir am Sonntag bis 10 Uhr keinen Räumdienst für die Gleise gesehen.“ Warum, weiß Amini nicht. Demgegenüber lobt der BOB-Chef demonstrativ die Räumleistungen der Tegernseebahn, die die Gleise im Abschnitt Schaftlach–Tegernsee pflegt. Vier Leute kümmern sich hier im Dauereinsatz ums Schneeräumen. Auch der Schneepflug von DB Netz kommt öfters vorbei, sagt der Chef der Tegernseebahn, Heino Seeger. Schneeräumen am Gleis sei aber auch Handarbeit. Beispielsweise räume der Schneepflug die Weichen eher zu als frei. Dann müsse ein Arbeiter schnell mit der Schneeschaufel nacharbeiten. Auch Seeger bestätigt, dass die DB Netz nicht sorgfältig genug sei, er spricht von „nicht gemachten Hausaufgaben“.

Die DB Netz führt die Probleme auf den schweren Nassschnee zurück, der die Räumarbeiten behindert habe. „Selbstverständlich“ aber habe man sich vorbereitet. „Am Sonntag war ein seit mehreren Jahren erfahrener Subunternehmer vor Ort im Räumeinsatz.“ Allerdings gibt die Bahn zu, dass der Einsatz anfangs unterschätzt worden sei. „Aufgrund der extremen Schneebedingungen wurden schwerere Arbeitsgeräte nachgefordert“ – handgeführte Schneefräsen und Radlader seien „in Position“ gebracht worden. Nun seien „als weitere Sofortmaßnahme“ ein Arbeitstrupp mit Kettensägen sowie Bahnübergangsposten stationiert worden.

Teilschuld auch bei der BOB?

Eine Teilschuld sieht Heino Seeger von der Tegernseebahn auch bei der BOB selbst. Beispielsweise habe sie früher selbst zwei Loks mit Schneepflug gehabt. „Aber eine haben sie verkauft, die andere ist nicht betriebsbereit“, sagt Seeger, der früher selbst die BOB leitete.

Nichts verpassen: Unser News-Ticker zum Schneechaos

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