Schneeschutz-Gitter reißt

Gewaltige Dachlawine in Gasse: Frau rettet sich in letzter Sekunde mit Sprung

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Ein Schild warnt in Miesbach vor Dachlawinen. Aktuell ist die Gefahr groß.

Eine gewaltige Dachlawine ist am Freitagabend in Miesbach abgegangen. Eine Passantin konnte sich gerade noch rechtzeitig mit einem Sprung zur Seite retten.

Miesbach Irmgard Mayer ist gerade in der Küche beschäftigt, als sie gegen 18.30 Uhr ein lautes Knacken hört. „Mir war sofort klar, dass da was von unserem Dach runterkommt“, erzählt die Eigentümerin des Hauses, in dessen Erdgeschoss sich die Hypo-Vereinsbank befindet. Mayer eilt ins Wohnzimmer hinüber, wo über einem der Fenster bereits eine halbe Stunde zuvor das Schneeschutz-Gitter vom Dach in den Garten gestürzt war. 

Es hatte den schmelzenden Schneemassen nicht mehr standhalten können. „Ich sah zum Fenster raus, und da kam der Schnee wie ein Vorhang herunter. Es war gigantisch.“ Es habe sich angehört wie Donner bei einem heftigen Gewitter. Mayer beobachtet, wie eine Passantin auf der anderen Seite des Lebzelterberges gerade noch rechtzeitig Schutz in einem Hauseingang findet. Weitere Passanten befinden sich zu diesem Zeitpunkt zum Glück weiter oben am Berg.

„Ich bin zutiefst dankbar, dass niemand zu Schaden gekommen ist“, sagt Mayer. Sie habe es nicht für möglich gehalten, dass der Schnee bis zur anderen Straßenseite hinüberschießt. Die Lawine zerstört die Regenrinne, portugiesische Vasen im darunterliegenden Garten. Sie wälzt den Zaun nieder und die Hecke. Nachdem klar ist, dass es keine Verletzten gibt, ruft die aus Österreich stammende Miesbacherin Bürgermeisterin Ingrid Pongratz an. Die vermittelt einen Kontakt zum Leiter des Bauhofs.

Gewaltige Dachlawine in Miesbach: „Donnern, wie bei einem Gewitter

„Wir haben dann vereinbart, dass wir selbst die Gefahrenzone absperren“, erzählt Mayer, die in dem Haus am Lebzelterberg eine Praxis für energetische Lebensberatung leitet. Sie fährt zum Baumarkt, kauft ein Absperrband und sichert mit ihrem Mann Bernd die Gefahrenzone. Allerdings entfernen Unbekannte noch in der Nacht die Absperrung. „Ich verstehe das nicht“, sagt Mayer, „das ist weiterhin eine Gefahrenzone. Wenn diese Schneemassen jemanden am Kopf treffen, das überlebt der nicht.“ Die Mayers vermuten zunächst, dass jugendliche Nachtschwärmer die Absperrbänder entfernt haben. 

„Der Bauhofleiter hat uns aber gesagt, es komme immer wieder vor, dass Absperrungen mutwillig entfernt werden.“ Es könnten auch ältere Herrschaften gewesen sein, die sich darüber ärgerten, einen Umweg machen zu müssen. Am Samstagvormittag sichern die Mayers die Gefahrenzone erneut. „Die Leute sind mit Rädern und Kinderwagen daran vorbeigefahren“, sagt Irmgard Mayer kopfschüttelnd. „Ich habe sie dann darauf aufmerksam gemacht, dass das hier noch immer gefährlich ist.“

Heute, Montag, wollen Vertreter der Stadt kommen, um sich einen Überblick zu verschaffen und den Lebzelterberg wieder passierbar zu machen. Noch unklar ist die Höhe des Schadens am Haus der Mayers. „Am Mittwoch kommt der Versicherungsvertreter, dann sehen wir weiter“, sagt Mayer. Erst im Sommer hatten sie und ihr Mann das Dach renovieren lassen.

Mayer geht davon aus, dass es nicht bei dieser einen Dachlawine in der Stadt bleiben wird. „Es taut, die Sonne ist richtig warm. Wenn man sich anschaut, wie viel Schnee derzeit noch auf den Dächern liegt, kommt da bestimmt noch was runter.“ Sie rät jedem, der in den kommenden Tagen in der Stadt unterwegs sind, nicht nur auf den Boden zu schauen, sondern vor allem die Dächer im Blick zu behalten.

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