Paketbote als Busengrapscher

 Maisach - Ein Paketbote wurde zum Busengrapscher - und brachte auch noch eine haarsträubende Rechtfertigung vor. "Ihre Geschichte ist Schrott", hieß es klipp und klar vor Gericht.

Beim Zustellen eines Pakets an der Haustür hat ein Paketbote einer 15-Jährigen mehrmals an den Busen gegrapscht. Das Mädchen wollte gerade auf dem Scanner unterschreiben, als der 23-Jährige ihr an die Brust fasste.

Das Brucker Amtsgericht verurteilte den Augsburger jetzt wegen Beleidigung zu 1500 Euro Strafe (150 Tagessätze zu je zehn Euro).

Zu einem Geständnis, mit dem er der mittlerweile 16-Jährigen eine Zeugenaussage vor Gericht erspart hätte, war der Paketbote nicht bereit. Statt dessen präsentierte er in der Verhandlung eine fadenscheinige Ausrede. Aus reinem Versehen habe er in das tief dekolletierte T-Shirt des Mädchens gegriffen und die Brust berührt, erklärte der inzwischen Arbeitslose.

Diese Aussage konnten weder Richter noch Staatsanwalt glauben. „Ihre Geschichte ist Schrott“, machte der Vertreter der Anklage dem 23-Jährigen klar. Denn zum einen hatte ein Foto bewiesen, dass das T-Shirt der jungen Frau an dem Tag keinesfalls tief ausgeschnitten war. Zum anderen schilderte die 16-Jährige den Vorfall ganz anders.

Der Paketbote habe ihr den Scanner zur Unterschrift absichtlich so niedrig – in Hüfthöhe – hingehalten, dass sie sich tief bücken musste. Diese Situation habe der 23-Jährige dann schamlos ausgenutzt. Er habe ihr das T-Shirt nach unten gezogen und an ihre Brust gefasst.

Völlig erschrocken und entsetzt hörte die 15-Jährige natürlich mit dem Schreiben auf. Doch sie musste ihren Namen ja hinterlassen, sonst hätte sie das Paket nicht bekommen. Also setzte sie erneut zum Unterschreiben an. Dieses Mal nahm sie den Scanner selber in der Hand. Das hielt den 23-Jährigen aber nicht davon ab, sie erneut zu begrabschen.

Für den Richter kam dieses Verhalten sehr nah an den Tatbestand der sexuelle Nötigung heran. Verurteilt wurde der 23-Jährige dann aber doch wie vom Staatsanwalt wegen Beleidigung. Für den Augsburger war es nicht der erste Schuldspruch wegen eines Sexualdelikts. Der Paketbote war wegen Exhibitionismus vorbestraft.

sus

Auch interessant

Meistgelesen

Nach Wirtshausbesuch: Pedelec-Fahrer liegt tot im Wald
Nach Wirtshausbesuch: Pedelec-Fahrer liegt tot im Wald
Bootsfahrt auf der Würm: Student rammt sich Holzstange in die Brust
Bootsfahrt auf der Würm: Student rammt sich Holzstange in die Brust
Schlimmer Grillunfall: Rentner (70) zündet seine Frau an
Schlimmer Grillunfall: Rentner (70) zündet seine Frau an
Pietätlose Beileidsbekundung: Ärger über anonymes Schreiben mit Flyer
Pietätlose Beileidsbekundung: Ärger über anonymes Schreiben mit Flyer

Kommentare