Ja hört denn der Wahnsinn nie auf?

Mieten im Umland: Bis zu 60 Prozent mehr in zehn Jahren!

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Auch in Bad Tölz sind die Mieten gestiegen.

Nicht nur in München ist Wohnen teuer. Auch im Umland schießen Miet- und Kaufpreise weiterhin durch die Decke! Dabei ist München noch nicht mal an der Spitze:

München - In Starnberg müssen Käufer und Mieter sogar noch mal deutlich tiefer in die Tasche greifen als in der Landeshauptstadt. Das alles geht aus dem aktuellen Bericht des Marktforschungsinstituts IVD Süd hervor. Dessen Chef Stephan Kippes sieht kein Ende der Entwicklung. Dennoch hat er Tipps, wo man noch nach günstigem Wohnraum Ausschau halten kann.

Dass die Preis-Entwicklung endlich mal stagniert, das wünschen sich die meisten Menschen. Doch Kippes warnt. Da die Kaufpreise viel rascher steigen als die Mieten, werde der Markt für Investoren zunehmend weniger attraktiv. „Sobald die Kapitalanleger andere Möglichkeiten haben, werden sie nicht mehr in den Bau neuer Wohnungen investieren“, sagt Kippes.

München ist voll, das Umland wird immer attraktiver. Das wiederum schlägt sich in den Mieten nieder, die teils um 60 Prozent stiegen.

Wer günstigen Wohnraum sucht, sollte sich weiter von München weg orientieren. „Und man sollte auch außerhalb der S-Bahn-Linie schauen“, sagt Kippes. In Emmering (Kreis Fürstenfeldbruck) zum Beispiel bekomme man noch günstig Wohnraum, und die Gemeinde läge nicht so weit weg von der S-Bahn-Strecke. „Wobei man das alles auch schon richtig durchrechnen muss“, sagt Kippes. Denn weiter draußen steigen auch die Preise für ein MVV-Ticket, womöglich entstehen Kosten für ein weiteres Auto. „Außerdem geht beim Pendeln Lebenszeit verloren.“

Wie sich die Mieten in den einzelnen Umlandkreisen entwickelt haben, was in den vergangenen zehn Jahren sonst noch teurer, was gestiegen ist, lesen Sie hier in diesem PDF

So haben sich andere Preise entwickelt

Essen, Wohnen, Reisen – alles wird teurer. Das ist nicht nur gefühlte Wahrnehmung, wie ein Blick auf die Zahlen verrät. Wir haben hier mal einige Beispiele zusammengetragen, was in den vergangenen zehn Jahren wirklich angestiegen ist.

Wiesn: Eine Mass Bier kostete im Jahr 2006 7,20 Euro. Noch einmal zehn Jahre früher lag der Preis bei umgerechnet 5,20 Euro. 2016 mussten Besucher des Oktoberfestes durchschnittlich bereits 10,60 Euro für eine Mass ausgeben.

MVV: Die Tickets werden kontinuierlich teurer. Von 2006 bis 2016 sind die Preise durchschnittlich rund 36 Prozent angestiegen. Die Einzelfahrkarte ist 27 Prozent teurer geworden, die für Pendler entscheidendere Monatskarte (vier Ringe) sogar um 46 Prozent!

Strom: Auch da müssen Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2500 Kilowattstunden Strom, 20 000 Kilowattstunden Erdgas und 96 Kubikmeter Trinkwasser zahlt 2017 1930 Euro. Vor zehn Jahren waren es knapp 1890 Euro.

Gehalt: Angestiegen ist aber auch der Verdienst: Deutschlandweit haben Statistiker einen durchschnittlichen Brutto-Jahreslohn (lediger Arbeitnehmer, ohne Kinder) von 32 643 Euro ausgemacht. Vor zehn Jahren lag dieser Wert noch bei 26 765 Euro.

Waren: Seit 2006 sind die Preise für Waren in München um bis zu 43 Prozent teurer geworden. Im Schnitt geben die Deutschen für Lebensmittel 28,5 Prozent des Gehaltes aus. Nahrungsmittel stellen damit die Hauptausgabenquelle dar.

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