Dreister Schwarzfahrer narrte Kontrolleure 21 Mal

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Nicht immer angenehm, aber notwendig: Fahrkartenkontrollen in der S-Bahn.

Langenpreising - Mit Fahrtkarten für die S-Bahn wusste ein Langenpreisinger offensichtlich nichts anzufangen. 21 Mal wurde der heute 20-Jährige seit 2008 erwischt. Jetzt wurde er zu einer drastischen Geldstrafe verurteilt.

Der 21-Jährige war nicht nur ein notorischer Schwarzfahrer, sondern auch ein dreister Betrüger. Wann immer der junge Mann in der S-Bahn kontrolliert wurde, gab er an, keinen Fahrschein zu besitzen, teilte die Bundespolizei am Freitag mit. Ausweisen könne er sich leider nicht, weil er seine Papiere daheim vergessen habe. Dies muss er derart glaubwürdig vermittelt haben, dass die Kontrolleure der Deutschen Bahn immer nur das notierten, was ihnen der Fahrgast gerade auftischte.

Jetzt ist klar: Er hat jedes Mal gelogen, er operierte mit allerhand Namen und Adressen. 20 Mal wurde er zwischen September 2008 und Juli 2010 wegen Leistungserschleichung erwischt. Die Deutsche Bahn stellte gegen den offensichtlichen Mehrfachtäter Strafantrag. Die Bundespolizei fahndete nach dem Pendler und musste dabei feststellen: Eine Person unter den angegeben Daten existiert überhaupt nicht

Dass der Langenpreisinger letztlich doch überführt werden konnte, ist der Akribie eines Kontrolleurs zu verdanken. Er heftete sich nach dem 21. Fall an die Fersen des Schwarzfahrers, dessen wahre Identität man seit dieser Kontrolle kannte. Der 20-Jährige hatte den Fehler gemacht, mehrmals das gleiche Geburtsdatum anzugeben - und zwar das korrekte.

Eine Stunde lang nahmen ihn die Beamten der Bundespolizei ins Kreuzverhör- zu viel für den Betrüger. Er gab schließlich zu, für insgesamt 21 aktenkundig gewordene Schwarzfahrten verantwortlich zu sein. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein.

Nun wurde dem Langenpreisinger der Prozess vor dem Amtsgericht Erding gemacht. Doch zu dem erschien er zunächst nicht. Der Richter ließ ihn daraufhin von der Polizei zu Hause abholen und direkt in den Gerichtssaal bringen. Dort fand er wenig Gnade. Der Richter verurteilte ihn zu 600 Euro Geldstrafe. Zudem muss er die Gerichtskosten zahlen. Und die Bahn hat bereits angekündigt, den ihr zustehenden Betrag zurückzufordern.

Kuriosität am Rande: Der junge Mann versicherte vor Gericht, kein Geld dabei zu haben. Der Richter riet ihm dringend, sich den Betrag für eine Busfahrkarte zu leihen.

(Hans Moritz)

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