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Ministerin Klöckner will Tiefkühlpizza schrumpfen - Gustavo-Fans reagieren mit Shitstorm

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Will Tiefkühlpizzen schrumpfen: Julia Glöckner (r.). Gustavo-Fans finden das weniger witzig (links der Firmengründer Christoph Schramm).

Julia Klöckner (CDU) will gemeinsam mit der Ernährungsindustrie die Tiefkühlpizza schrumpfen. Gustavo-Fans sehen darin einen Angriff auf ihr großes Pizza-Idol und reagieren mit einem krassen Shitstorm.

Update vom 3. Februar 2019: Schmutz, Schimmel und Dreck: Der gesundheitliche Verbraucherschutz steht bei CDU-Politikerin Julia Klöckner eigentlich ganz oben auf der Agenda. Doch in ihrer Behörde soll es erhebliche Hygienemängel geben.

Ministerin Klöckner will Tiefkühlpizza schrumpfen - Gustavo-Fans reagieren mit Shitstorm

Geretsried/Berlin - Pizza-Fans aufgepasst: Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) hat sich jüngst in einer Grundsatzvereinbarung mit der Ernährungsindustrie geeinigt, mit dem Ziel Fertigprodukte gesünder zu machen. Unter anderem sollen Dr. Oetker, Nestlé & Co. schrittweise bis 2025 ungesunde Zutaten in ihren Produkten reduzieren. Konkret: Fett, Zucker, Salz soll weniger. Das Ganze soll auf freiwilliger Basis geschehen. Das hört sich nun alles noch nicht besonders pizzafeindlich an.

Klöckner erwägt allerdings auch, dass die Portionsgrößen bei Fertigprodukten kleiner werden. Dazu gehört auch die gerade bei den Deutschen so beliebte Tiefkühlpizza. Das Portal stern.de machte vor einigen Tagen daraus diese Zeile: „Ministerin Julia Klöckner will Tiefkühl-Pizzen schrumpfen“.

In der Pressemitteilung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft liest sich das etwas zurückhaltender: 

„Neben der Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten kommt beispielsweise auch die Verkleinerung von XXL-Portionsgrößen (Verpackungseinheiten) in Betracht.“

Trotzdem postete Gustavo Gusto den stern-Artikel am Donnerstag - und löste einen riesigen Shitstorm der Gustavo-Fans gegen Ministerin Glöckner aus. Warum? Klöckner sorgt sich doch nur um die Gesundheit der Deutschen, oder? Gustavo-Fans sind da ganz anderer Meinung.

Vorweg für alle, die die Gustavo-Pizzen nicht kennen: Markenzeichen des Produkts ist der deutlich höhere Durchmesser als die herkömmliche Tiefkühlpizza von Wagner & Co.. Und nicht nur von der Größe her kommt die Gustavo-Pizza einer „echten“ Pizza aus Italien ein Stück weit näher. Auch beansprucht das Unternehmen für sich, dass jede Pizza in Handarbeit geknetet, im Steinofen gebacken und mit original Mozzarella belegt ist. Ganz schön viel Holz bei rund 50.000 Pizzen pro Tag. Wenn es Sie interessiert, wie das alles gehen soll: Merkur.de* hat sich die Gustavo-Produktionsstätte von innen angeschaut.

Nebenbei: Was ist viel besser als jede Fertigpizza? Die Selbstgemachte. Dieser simple Pizzateig ist in nur fünf Minuten fertig.

Gustavo hat mit seiner neuen Art der Tiefkühlpizza nicht nur die Konkurrenz mächtig beeindruckt - sondern sich auch eine große Fangemeinde aufgebaut. Und der läuft gerade weniger das Wasser im, mehr der Schaum vorm Mund zusammen.

Großer Shitstorm als Reaktion auf Klöckners Pizza-Plan

“Ist nicht wichtiger, was drin ist, als darüber zu diskutieren, wie groß eine Pizza ist?“, fragte Gustavo Gusto am Donnerstag via Facebook-Post verbunden mit dem Link zu Klöckners-Pizza-Plan. 

Die Fans reagierten in 150 Kommentaren mit Zorn, Empörung und eigenen Theorien.

Marc Bürger Schaut schreibt zum Beispiel: „Endlich gibt es mal eine gute TK-Pizza, da kommt die ums Eck und will uns den kleinen Wagner-Keks mit Gouda und Tomatenmark andrehen.“ Julia Kulick wird noch deutlicher: „Das ist bestimmt ne Idee von Oetker´s Piccolino-Lobby.“

Viele User sind auch davon überzeugt, dass die Pizza-Schrumpfung für mehr anstatt weniger Konsum sorgen würde. Lis Sa schreibt. „Ich hab schon Probleme die große Pizza in den Gefrierschrank zu stopfen. Aber bei kleinen würde ich halt einfach mehr davon reinkriegen. Wo wäre da der Sinn?“

Tiefkühlpizza-Fans wittern Abzocke - Gustavo reagiert

Die meisten Gustavo-Fans begnügen sich mit sehr deutlichen Angriffen auf Ministerin Klöckner. Auch Drohungen sind zu lesen. Viele Pizza-Freunde sehen darin auch einen perfiden Plan, einfach mehr Geld für weniger Inhalt zu verlangen. So schreibt Daniel Philiip: „Das wird der Freifahrtschein für euch Unternehmen, die Pizzen kleiner zu machen, aber trotzdem das gleiche Geld dafür zu verlangen. Schön noch mit Aufkleber ,Die Regierung will es so‘.“ Gustavo reagiert versöhnlich: 

Gesundheitsexperten und Verbraucherschützer wie die Organisation Foodwatch kritisieren dagegen Klöckners Pläne als viel zu lasch.

Wir haben bei Gustavo Gusto angefragt, wie das Unternehmen auf die Pizza-Schrumpfung reagieren will. Eine Antwort steht noch aus. 

Eine Sprecherin von Klöckners Ministerium beschwichtigt auf Nachfrage. Wichtig sei, dass Fertigprodukte grundsätzlich gesünder würden. Und ein großer Erfolg sei deshalb, dass man nun die Industrie im Dienste dieses Ziels an einen Tisch bekommen hätte. Noch sei aber nichts konkret. Gerade werde mit verschiedenen Verbänden der Ernährungsindustrie verhandelt. Ergebnisse gebe es Ende des Jahres.

kmm

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