Pferdepfleger sticht mit  Mistgabel auf Chef ein

Hier spielte sich das Drama ab.

Unterhandenzhofen - Wie aus dem Nichts ist ein Mitarbeiter auf seinen Chef mit einer Mistgabel losgegangen. Der versuchte, mit dem Traktor zu entkommen. Die ganze Geschichte:

Drei Monate lang arbeitete der 36-jährige Pferdepfleger für Karl Schuster in Unterhandenzhofen bei Schwabhausen. „Das war eigentlich ein netter Mann, kam mit allen gut zurecht“, erzählt Karl Schuster. Bis Mittwochnachmittag. Da flippte der 36-Jährige aus. „Er hat plötzlich die Arbeit niedergelegt und wollte gehen. Da hab ich ihm gesagt: ,Ist in Ordnung‘“, erinnert sich der 51-Jährige. Daraufhin habe ihm sein Mitarbeiter ins Gesicht gespuckt, sei rausgegangen, habe einen Spaten geholt und sei auf ihn losgegangen.

„Erst habe ich mich gewehrt, doch als das nicht ging, bin ich geflüchtet.“ Karl Schuster bestieg einen Traktor, um zu entkommen. Der 36-Jährige bewaffnete sich indes mit einer Mistgabel und attackierte damit seinen Chef. Dieser sprang vom fahrenden Traktor und versuchte, zu Fuß in die Ställe zu flüchten. Doch der Mitarbeiter verfolgte ihn weiter und stach auf ihn ein. Schließlich konnte sich Karl Schuster ins angrenzende Wohnhaus retten. Er schloss sich ein und verständigte die Polizei.

Die wenig später eintreffenden Beamten konnten den Täter widerstandslos festnehmen. Gegen den 36-Jährigen wurde Haftbefehl wegen versuchten Totschlags erlassen. „Schließlich hat der Täter auch gebrüllt: ,Ich bring Dich um‘“, erklärt Ulrich Pöpsel vom Polizeipräsidium Oberbayern-Nord.

Karl Schuster erlitt glücklicherweise nur leichte Verletzungen, Riss- und Stichwunden vor allem im Nierenbereich. Er wurde ambulant im Krankenhaus versorgt. Einen Tag nach dem Angriff ist Karl Schuster noch geschockt, er hat in der Nacht kein Auge zugemacht. „Ich bin hundemüde, habe Schmerzen und Kopfweh“, sagt er. Dennoch hat der 51-Jährige großes Glück gehabt: „Fünf Zentimeter tiefer, und die Niere wäre beschädigt gewesen“, berichtet er. Hass empfindet er dem Täter gegenüber nicht. „Der tut mir leid“, sagt Schuster. Sein Mitarbeiter habe psychische Probleme. Dennoch hat er auch Angst vor ihm: „Er hat mir gedroht, zurückzukommen.“

Conny Kirmaier

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