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Mitfahrerbänke bald auch in Münsing – aber es gibt einen Kritikpunkt

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Mit gutem Beispiel voran: In Irschenberg gibt es seit einiger Zeit eine Mitfahrerbank. An diesem Projekt, über das auch das Fernsehen berichtete, orientieren sich jetzt viele Gemeinden – auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. 

Die Bürger in den Münsinger Ortsteilen sind für jede Erledigung auf das Auto angewiesen. Deshalb stellt die Gemeinde nun vier Mitfahrerbänke auf. Doch nicht jeder ist von der Idee begeistert.

Münsing – In Münsing sollen bald vier Mitfahrerbänke stehen. Das beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag bei einer Gegenstimme (Regina Reitenhardt, Wählergruppe Münsing). Auf den Bänken können vor allem ältere Menschen auf eine kostenlose Mitfahrgelegenheit warten. „Speziell Bürger aus den Ortsteilen brauchen für jede noch so kleine Erledigung wie Einkauf, Arzt- oder Friseurbesuch das Auto. Viele fahren alleine und könnten leicht jemanden mitnehmen“, erklärte Bürgermeister Michael Grasl das Prinzip.

Der Aufwand für die Gemeinde wäre überschaubar. Wie berichtet koordiniert der Behindertenbeauftragte des Landkreises, Ralph Seifert, die Aktion für die bisher acht interessierten Kommunen. Es ist angedacht, die Oberland-Werkstätten für Behinderte mit der Anfertigung der Bänke zu beauftragen. Aufgestellt werden sie an den Dorfplätzen in Münsing und Degerndorf, in Holzhausen am Feuerwehrhaus sowie – auf Anregung von Ernst Grünwald (Wählergruppe Ammerland) – an der Rosswoad in Ammerland. Mit der entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit soll die Initiative zum Selbstläufer werden und von Bürgern für Bürger organisiert werden, erklärte Grasl. Er wies darauf hin, dass die Nutzung der Mitfahrgelegenheit auf eigene Verantwortung erfolgt.

Regina Reitenhardt sah genau hier das Problem: „Zu unseren Kindern sagen wir, sie dürfen nicht zu Fremden ins Auto steigen. Mit der Aktion wird es ihnen aber vorgemacht.“ Die Agenda Soziales, deren Vorsitzende Reitenhardt ist, beurteile die Bänke deshalb kritisch. Helge Strauß (CSU) und Tobias Eckart (Freie Wähler) entgegneten, die Tramper-Stationen würden sich überwiegend an Erwachsene und Senioren richten.  

Tanja Lühr

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