Frau liegt 14 Tage tot in ihrer Wohnung

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In einer Wohnung dieses Hauses in Ebersberg wurde die tote Frau gefunden.

Ebersberg - Warum hat keiner etwas gemerkt? In den ehemaligen Polizeiblocks in der Zugspitzstraße lag eine Frau zwei Wochen tot in ihrer Wohnung. Die Hausmeisterin wurde misstrauisch, weil der Briefkasten überquoll.

Für die ermittelnden Beamten stellt sich die Situation so dar: Die 50-Jährige war ohne Fremdeinwirkung in ihrer Mietswohnung zusammengebrochen, auf dem Fußboden liegengeblieben und dort gestorben. Auch die Obduktion, deren Ergebnis am Dienstag vorlag, erbrachte keinerlei andere Anhaltspunkte für ein Gewaltverbrechen oder einen Suizid.

Offensichtlich war die Frau ohne Beschäftigung, informierte die Polizei in Ingolstadt über ihren Kenntnisstand. Vor über einem Jahr war der Freund der 50-Jährigen in derselben Wohnung gestorben, erinnern sich die Nachbarn. Er hatte am Morgen tot im Bett gelegen. „Die waren vor etwa fünf Jahren aus Augsburg hierhergezogen“, sagt die Hausmeisterin.

Viele soziale Kontakte hatte die 50-Jährige offensichtlich nicht. Die Nachbarschaft weiß nicht, ob sie einer beruflichen Tätigkeit nachging. Allerdings fiel auf, dass sich seit dem Tod ihres Freundes ihr gesundheitlicher Zustand noch erheblich verschlechtert hatte. Am Arbeitsplatz wurde sie nicht vermisst. Ob sie Angehörige hatte? Die Polizei weiß es nicht. Jedenfalls muss sie 14 Tage niemand vermisst haben.

Die Hausmeisterin fragt in der Nachbarschaft, ob die Frau gesehen wurde. „Ich bin vor die Wohnungstüre und hab mir gedacht, ich rieche was.“ Unter den Nachbarn geben ihr einige Recht, andere sagen wiederum, es falle ihnen nichts auf. Schließlich wird die Polizei informiert. „Die wollten mit der Feuerwehr die Türe öffnen.“ Die Hausmeisterin ist strikt dagegen, „weil ich danach eine kaputte Türe habe“. Also wird der Schlüsseldienst geholt, die Wohnung wird geöffnet, der Arzt geholt, obwohl der Zustand der Leiche aufgrund der hohen Temperaturen bereits ziemlich angegriffen ist. Anschließend wurde die Leiche in die Rechtsmedizin gebracht.

Von Michael Seeholzer

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