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Sensationelle Sichtung nicht weit von München: Wildtierkamera fotografiert zufällig Braunbären

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Von: Andreas Steppan, Veronika Ahn-Tauchnitz

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Dieses Foto von einem Braunbär entstand im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen, südlich der B307.
Dieses Foto von einem Braunbär entstand im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen, südlich der B307. © privat

Im Süden des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen war nachweislich ein Braunbär unterwegs. Ob es dasselbe Tier ist, das kürzlich im Kreis Garmisch-Partenkirchen umherstriff, ist unklar.

Bad Tölz-Wolfratshausen - Ein Braunbär hat nachweislich den Weg in den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gefunden. Wie das Bayerische Landesamt für Umwelt mitteilt, hat am vergangenen Wochenende südlich der B307 nahe dem Sylvensteinsee eine Wildtierkamera das Tier fotografiert.

Bär im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: Jüngste Bär-Nachweise in Garmisch-Partenkirchen und Tirol

Die letzten Nachweise eines Braunbären in Bayern stammen aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen von Ende April und Anfang Mai. Ob es sich um dasselbe Tier handelt, ist nach Angaben des Landesamts für Umwelt unklar. Auch damals schoss eine Wildtierkamera ein Bild. Der Bär bewegte sich auch nahe eines Wohngebiets im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

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Bär am Sylvensteinsee gesichtet: Wildkamera hing, um Rotwild zu fotografieren

Beide Geräte gehören dem Staatlichen Forstbetrieb Bad Tölz. In beiden Fällen sei die Aufnahme purer Zufall gewesen, sagt Forstbetriebsleiter Rudolf Plochmann auf Anfrage. Wildkameras würden nur aus ganz bestimmten Anlässen installiert. Im aktuellen Fall habe es einen Schälschaden gegeben. Rotwild machte sich an den Bäumen zu schaffen. Und um den Übeltäter zu identifizieren, sei die Kamera aufgehängt worden. Am Ende machte sie die Aufnahme des Bären, der am rechten Bildrand zu sehen ist.

LfU hat Verhaltensregeln bei Bären-Begegnungen zusammengestellt

Die Staatsforsten meldeten die Sichtung ans LfU. „Behörden, Interessenverbände und Vertreter von Nutztierhaltern wurden informiert. Bayern ist mit einem Managementplan auf diese Situation vorbereitet“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Auch Verhaltensregeln für die Begegnung mit Bären hat das LfU zusammengefasst. „Wenn Sie einen Bär sehen, zeigen Sie Respekt und halten Abstand.“ Empfohlen wird, den Bären durch ruhiges Sprechen und langsame Armbewegungen auf sich aufmerksam zu machen. „Versuchen Sie nicht, den Bären zu verscheuchen. Werfen Sie keine Äste oder Steine nach ihm. Behalten Sie den Bären im Auge und treten Sie langsam und kontrolliert den Rückzug an.“

Für Plochmann ist die Sichtung kein Anlass zur Aufregung. „Wahrscheinlich ist der Bär längst irgendwo anders.“ Wichtig sei es, die Sichtungen zu melden, damit auch alle Landnutzer Kenntnis erhalten.

Bär im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen fotografiert: Nächste Bärenpopulation in Trentino

Die nächste Bärenpopulation befindet sich laut Landesamt im italienischen Trentino, etwa 120 Kilometer von Bayern entfernt. Eine Bärenpopulation breitet sich nur sehr langsam aus. Es wird nicht davon ausgegangen, dass sich Bären in Bayern dauerhaft ansiedeln.

Bären streifen auf Suche nach Weibchen weit umher

„Junge Männchen streifen auf der Suche nach einem Weibchen zum Teil sehr weit umher“, heißt es in der Mitteilung. „Dabei können sie mehrere Monate oder wenige Jahre unterwegs sein. Finden sie keine Partnerin, kehren sie wieder in ihre Heimat zurück.“

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