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Bayerischer Landwirt entdeckt scharfe Granate auf Feld – und nimmt sie kurzerhand mit nach Hause

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Von: Elke Robert

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Einsatzkräfte evakuierten in Schwabniederhofen die umliegenden Häuser
Einsatzkräfte evakuierten in Schwabniederhofen die umliegenden Häuser © Hans-Helmut Herold

Ein Landwirt hatte eine Granate am Montag auf dem Feld gefunden und mit nach Hause genommen, ohne die Gefahr zu erkennen. Ein Spezialteam rückte an. 

Altenstadt/Schwabniederhofen – Das hätte auch anders ausgehen können: Beim Pflügen auf dem Feld hatte ein Schwabniederhofener Landwirt am Montag die Panzergranate entdeckt und seinen Fund einfach mit nach Hause auf seinen Hof genommen – mitten im Ort. Heute früh alarmierte er dann aber doch die Polizei, die rasch handelte, denn die so unscheinbar aussehende Munition war eine 8,8-Zentimeter Flugabwehrkanone, kurz 8,8-cm-Flak oder „Acht-Acht“ und zu dieser Zeit noch scharf. „Der Landwirt hatte riesiges Glück“, so der Sprecher des Landratsamtes Weilheim-Schongau.

Landwirt findet scharfe Granate: Ein Fall für eine Spezialfirma

Ein Fall für die Spezialfirma Tauber Kampfmittelräumung. Zwei Sprengmeister des Sprengkommandos München waren rasch vor Ort. Die Verantwortlichen entschieden, die Weltkriegsmunition rasch aus dem Gefahrenbereich im Ort zu bringen. „Der Sprengmeister nahm das Risiko auf sich, die Panzergranate zu tragen“, so Helmut Stork vom Ordnungsamt im Landratsamt.

Um die Räumung zu erleichtern, wurde in aller Schnelle eine schmale Schneise Richtung Ortsrand gemäht und eine kleine Brücke über die Schönach gebaut. Bürgermeister Andreas Kögl, der ebenfalls vor Ort war, organisierte einen Minibagger, mit dem bei ausreichendem Sicherheitsabstand ein drei bis vier Meter tiefes Erdloch ausgegraben wurde. Ganz vorsichtig wurde darin die Flakmunition abgelegt und mit Sand bedeckt.

Für die kontrollierte Sprengung wurden die Bewohner einiger Häuser evakuiert

Nun konnte die kontrollierte Sprengung vorbereitet werden. Nachdem sich auch die zwei Sprengmeister hinter die Sicherheitslinie in 150 bis 200 Metern Abstand zurückgezogen hatten, wurde die Munition gezündet. „Es hat schon eine ordentliche Explosion gegeben, im Ort hat man das sicher gehört“, so Stork. Zur Sicherheit waren zuvor die Bewohner sowohl das betreffenden landwirtschaftlichen Gebäudes als auch von sieben umliegenden Häusern evakuiert und die Kreisstraße an dieser Stelle gesperrt worden.

mähten eine Schneise frei für die kontrollierte Sprengung
Damit die Panzergranate sicher zum Ort der kontrollierten Sprengung gebracht werden konnte, mähten Einsatzkräfte eine Schneise ins hohe Gras © Hans-Helmut Herold

Die Panzergranate stamme mit großer Sicherheit aus dem Zweiten Weltkrieg, hieß es vor Ort. Ob die Munition einst während eines Übungsschießens von der nahen Flakschule abgeschossen wurde oder während eines Kampfes, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Klar ist: Zumindest schwere Gebäudeschäden hätten entstehen können. Im schlimmsten Fall aber wären böse Verletzungen entstanden, denn die Splitter dieser Panzergranate fliegen 80 bis 100 Meter weit.

„Munitionsfunde nicht anfassen oder mitnehmen“

Der Münchener Sprengmeister Sebastian Braun warnt vor der großen Gefahr bei Munitionsfunden und appelliert an die Bürger, bitte niemals unbekannte Fundgegenstände anzufassen geschweige denn diese mitzunehmen – „bitte tunlichst liegen lassen und die Polizei alarmieren – die kümmert sich um alles“. Stork formulierte es noch deutlicher: „Das kann lebensgefährlich sein.“

„Das wäre nicht lustig gewesen, wenn die Granate hochgegangen wäre“, fasste es Altenstadts Kommandant Johann Deschler zusammen. „Das ist nichts Alltägliches“, so Deschler weiter. Seit seiner aktiven Zeit bei der Feuerwehr kann er sich nur an einen einzigen ähnlichen Vorfall erinnern. Ende 2019 hatte der Fund einer Phosphorgranate aus dem Zweiten Weltkrieg einen großen Einsatz ausgelöst. Bei der Altenstadter Firma Jenoptik war die Granate bei Arbeiten nach einer Baumfällung – der Wurzelstock war abgefräst worden – beschädigt worden und nach einer Stichflamme ein Feuer entstanden. Bis die Feuerwehr eintraf hatten Firmenmitarbeiter die Flammen aber bereits mit einem Feuerlöscher erstickt, es wurde niemand verletzt.

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