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Von „Ostwind“ bis zum „Bergdoktor“: Jungschauspieler aus dem Landkreis München startet durch

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Von: Harald Hettich

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Selfie mit dem „Bergdoktor“: Matteo und Hauptdarsteller Hans Sigl.
Selfie mit dem „Bergdoktor“: Matteo Miska und Hauptdarsteller Hans Sigl verstanden sich prächtig. © hh

Jungschauspieler Matteo Miska aus Unterbiberg ist schon in viele Rollen geschlüpft. Zuletzt spielte er einen schwer kranken Jungen in „Der Bergdoktor“.

Neubiberg – Ein echter Mime zu sein oder zu werden, das ist in normalen Zeiten schon eine ambitionierte Sache. In den Jahren von Corona ist die eigene Mimik in vielen öffentlichen Lebensbereichen hinter Masken verborgen. Für Schauspieler wie die junge Nachwuchshoffnung Matteo Miska aus Unterbiberg macht dies die Herausforderung, sich beim Casting für eine begehrte Rolle zu empfehlen, nicht eben leichter.

Vieles läuft dieser Tage elektronisch, anonym und am eigenen Bildschirm ab. Hat man eine Rolle erhalten, kann der Dreh durch Auflagen am Set schnell zur echten Tortur und Herausforderung werden. Der erst 16-jährige Matteo stellt sich diesen Herausforderungen mit spürbar offenem Gemüt, viel Fleiß und einem fröhlichen Lachen.

Jungschauspieler Matteo Miska aus Neubiberg: Die erste und gleich größte Rolle in „Ostwind“

Grund zur Freude hat der Youngster, der die 10. Klasse des Heinrich-Heine-Gymnasiums besucht, mit Blick auf seine bislang schon recht ordentliche Karriere ohnehin. „Mit 13 Jahren habe ich meine erste und gleich größte Rolle in dem Kinofilm ,Ostwind – Der große Orkan’ gespielt“, erzählt er mit Stolz. Größen wie Tilo Prückner, Conny Froboess oder Gedeon Burkhard waren seine Partner.

In mehreren Casting-Runden zuvor hatte er Durchhaltewillen bewiesen, in szenischen Tests überzeugt und war schließlich mit der Rolle des Zirkusjungen Carlo in der beliebten Pferdefilmreihe belohnt worden. „Das war gleich ein ganz steiler Einstieg“, sagt er. „Zuvor hatte ich nicht einmal Statisten-Rollen besetzt“.

Jungschauspieler Miska spielte auch schon eine Hauptrolle in der ZDF-Serie „Der Bergdoktor“

Was bei Matteo geblieben ist, „ist dieses Wohlfühl-Gefühl am Set“. Überhaupt, das Set. Hier blüht der junge Darsteller auf. „Die Arbeit beim Dreh finde ich super. Da fällt mir sogar das frühere Aufstehen morgens erstaunlicherweise nicht so schwer“, schmunzelt er. Wertvolle Einblicke gewinnen in das Teamwork am Set, das ist dem aufgeschlossenen jungen Mann wichtig, der offenkundig weit über den Tellerrand der Schauspielerei hinausblickt. „Kostüm, Maske, Kamera, Technik, Musik und Regie – alles sehr inspirierend“, erzählt er gestenreich.

Matteo am Set: Durchatmen, Überblick verschaffen und konzentrieren.
Matteo am Set: Durchatmen, Überblick verschaffen und konzentrieren. Hier fühlt er sich wohl. © hh

Diese sein Umfeld akribisch erkundende Offenheit, die Fähigkeit, sich in andere Charaktere einzuleben – dies zeigt das Talent dieses fröhlich-ernsthaften Teenagers auf. Kein Wunder, dass sich Matteo in den Notizbüchern der Casting-Firmen mittlerweile festgeschrieben hat. Auch beim Familiendrama „Die Saat“, viel beachtet unter anderem bei der letztjährigen Berlinale, war der Unterbiberger in einer Nebenrolle zu sehen. Zuletzt agierte Matteo im Serien-Staffel-Finale beim „Bergdoktor“ im ZDF (in der Mediathek noch abrufbar) mit einer Episoden-Hauptrolle. „Eine große Herausforderung“, gesteht Matteo. „Meine Serienfigur Fabian Bichler findet nach Zusammenbrüchen mit heftiger Atemnot heraus, dass er einen angeborenen Gendefekt in sich trägt, bei dem die meisten Menschen nicht einmal das Säuglingsalter überleben“.

Harter Stoff für einen jungen Mann, der mitten im Leben steht. Der neben den Drehs und der Schulausbildung eigene Songs schreibt und produziert und als Vereins-Fußballer aktiv ist. „Ich glaube, ich bin sehr gut darin, ausdauernd zu arbeiten – aber ich kenne längst noch nicht alle Schauspieltechniken und Methoden, um in bestimmte Emotionen hineinzukommen“, ordnet der junge Mann die Dinge erfrischend geradlinig ein.

Schauspieler Matteo Miska erhält Rückhalt von Eltern und Großeltern

Unverzichtbare Helfer sind seine Eltern. „Ohne meine Eltern ginge das alles niemals. Sie fahren mich zu Castings und Drehtagen, drehen die E-Castings und sorgen sich um das Drumherum“. Auch Oma und Opa seien feste Unterstützer. Bei langen Drehzeiten springen sie schon mal als Betreuer ein. „Dazu habe ich tolle Klassenkameraden, die mich mit wichtigen Informationen auffingen, wenn ich beim Bergdoktor während der Schulzeit drehte“.

Matteo studiert Menschen für seine Rollen – und vergisst dabei sein wichtiges Umfeld auch nicht. „Ich versuche immer, allen Menschen offen und ehrlich zu begegnen – und die kurze Zeit auf diesem Planeten mit dem zu verbringen, was mir gefällt“. Er lebt sein Credo. Auf die Schauspielerei in jedem Fall festgelegt ist er nicht. „Ein Lehramt an der Schule oder auch die Arbeit in der Musikproduktion könnte ich mir ebenso vorstellen wie eine professionelle Schauspielausbildung“, blickt Matteo entspannt nach vorn.

„Ich lasse das mal ein bisschen auf mich zukommen“, erklärt er zum Abschied. Der entspannte Mime Matteo lässt sich selbst durch die Corona-Maske nicht aus der Fassung bringen. Gelassenheit in schwierigen Zeiten. Matteo hat das verinnerlicht. Beim Dreh und im Leben.

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