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Zugunglück bei Garmisch: Brisante Recherche enthüllt – Mitarbeiter schrieben Brandbrief

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Von: Felix Herz

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Das Zugunglück bei Garmisch forderte das Leben von fünf Menschen. Die Frage nach dem Warum dauert an – nun enthüllt eine Recherche einen brisanten Brief.

Garmisch-Partenkirchen – Am 3. Juni ereignete sich eines der schwersten Zugunglücke Bayerns: Ein Regionalzug entgleiste nahe Farchant im Ortsteil Burgrain, fünf Menschen kamen ums Leben, 16 wurden schwer verletzt. Jedes Schicksal der Verunglückten ist für sich genommen eine Tragödie – unter anderem ein Teenager sowie zwei Geflüchtete aus der Ukraine waren unter den Opfern.

Bis heute ist die Frage nach der Ursache für das schwere Zugunglück nicht final geklärt. Vieles deutet auf technische Mängel an der Strecke hin. In diesem Zusammenhang sorgt nun eine Recherche der SWR-Sendung „Mainz Report“ für Aufregung.

Zugunglück bei Garmisch: Recherche enthüllt brisanten Brandbrief

Nach Recherchen des Südwestrundfunks (SWR) hatten mehrere Bahnmitarbeiter bereits 2019 in einem Brandbrief an ihren Arbeitgeber vor möglichen Sicherheitsrisiken im Streckennetz der Deutschen Bahn (DB) gewarnt. Sieben Seiten lang und mit der dringenden Aufforderung, zu handeln.

Tote bei Zugunglück in Oberbayern
Bei dem Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen verloren fünf Menschen ihr Leben, 16 wurden schwer verletzt. © Uwe Lein/dpa

Die Recherche veröffentlichte „Report Mainz“ am Dienstag, 5. Juli. Demnach trage jeder Anlagenverantwortliche die alleinige Verantwortung für bis zu 400 Streckenkilometer Gleis und Weichen, heißt es dem Bericht nach in dem Brief. Es fehle an Geld und Personal, um notwenidge Instandsetzungen durchführen zu können.

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Technische Mängel Ursache für schweres Zugunglück? Mitarbeiter schrieben Brandbrief

Zu dem brisanten Brief vor allem hinsichtlich des schweren Zugunglücks in Garmisch-Partenkirchen wollte sich die Deutsche Bahn nicht äußern. Vieles deutet aber tatsächlich auf technische Mängel als Ursache für die Katastrophe hin. In einer Drucksache des Verkehrsausschusses des Bundestages ist zum Beispiel von einer Schienenverschiebung und „zum Teil vorgeschädigten Betonschwellen“ die Rede.

Der Initiator des Briefs äußerte sich laut „Report Mainz“ wie folgt zu der Sachlage: „Wir Anlagenverantwortliche sind Bittsteller geworden. Wir mussten um jeden Pfennig Geld betteln. Das hat uns damals dann auch dazu bewogen, diesen Brief zu schreiben.“ Die Existenz des Briefes wollte die Deutsche Bahn nicht bestätigen, auch inhaltlich nimmt sie nicht Stellung. Die Ermittlungshoheit liege ausschließlich bei den Strafverfolgungsbehörden, man wolle sich nicht zu laufenden Ermittlungen äußern oder diesen vorgreifen. (fhz)

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