260 Mitarbeiter betroffen

Paukenschlag: Möbel Mahler in Wolfratshausen schließt

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Das Möbelhaus Mahler in Wolfratshausen.

Wolfratshausen - Das Möbelhaus Mahler in Wolfratshausen schließt. Das hat das Unternehmen soeben mitgeteilt. In einer Pressemitteilung steht, wann die Schließung erfolgen soll.

Möbel Mahler schließt seine Möbelhäuser in Wolfratshausen und Bopfingen. Das hat das Unternehmen am Mittwochvormittag mitgeteilt. In Wolfratshausen sind gut 260 Mitarbeiter getroffen, in Bopfingen rund 340. „Schließung ist eine der schwersten Entscheidungen in der Geschichte des Familienunternehmens“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Schließung ist ein Paukenschlag. Zuletzt war von einer Übernahme durch den Möbelgiganten XXXLutz die Rede. Diese Verhandlungen sind nun gescheitert. Die Immobilien in Wolfratshausen und Bopfingen sollen verkauft werden, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Mit dem Abverkauf soll baldmöglichst begonnen werden, die Schließung soll "möglichst zeitnah erfolgen". Das Personal sei von Michael Mahler am Dienstag in Wolfratshausen und Bopfingen persönlich über die Schließung informiert worden.

Noch im Oktober hatte Inhaber Gerhard Mahler versichert, dass das Möbelhaus in Familienhand bleiben soll. Eigentlich war schon für 2014 eine enorme Erweiterung des Möbelhauses im Wolfratshauser Gewerbegebiet geplant gewesen, sie wurde aber immer wieder nach hinten verschoben. Im Jahr 2013 war zwischenzeitlich sogar von einer Innenstadt-Filiale des Möbelhauses die Rede. Daraus wurde aber nichts.

Die Pressemitteilung des Unternehmens im Wortlaut

Das ursprüngliche Ziel, die Mahler-Häuser in Bopfingen und Wolfratshausen an ein Nachfolgeunternehmen zu übergeben, konnte nicht erreicht werden. „Die mit mehreren Unternehmen geführten Verhandlungen führten leider nicht zum ersehnten Erfolg“, so Seniorchef Gerhard Mahler. Die verschiedenen Verhandlungspartner hatten jeweils unterschiedliche Vorstellungen hinsichtlich der Fortführung der Standorte und des künftigen Geschäftsmodells. Deswegen hat sich die Familie Mahler jetzt entscheiden, beide Standorte zu schließen und die Immobilien zu veräußern.

„Diese Entscheidung ist eine der schwersten in der Geschichte unseres Familienunternehmens. Die Familie Mahler wird alles tun, um für die betroffenen Mitarbeiter eine sozialverträgliche Lösung zu erzielen“, so Gerhard Mahler. In enger Abstimmung mit dem Betriebsrat haben Gerhard Mahler und sein Sohn Michael Mahler am Dienstag , 17. November, die Belegschaften in Bopfingen und Wolfratshausen persönlich über die Schließung informiert. Sie betrifft in Wolfratshausen rund 260 Mitarbeiter, in Bopfingen rund 340.

„Alle Auszubildenden und Dual-Studierenden der Standorte Bopfingen und Wolfratshausen sollen die Gelegenheit erhalten, ihre Ausbildung woanders fortzusetzen“, betont Gerhard Mahler. „Dazu werden Gespräche mit den örtlichen IHKs stattfinden, um geeignete Ausbildungsbetriebe zu finden.“

Trotz der Schließungen werden alle derzeit offenen Verträge mit Kunden ordnungsgemäß abgewickelt und die Kunden wie bisher professionell bedient. Dasselbe gilt für den kommenden Schließungsverkauf. Mit dem Abverkauf der Waren soll baldmöglichst begonnen werden. Die Schließungen werden möglichst zeitnah erfolgen.

Die Familie Mahler hatte sich aus einer ganzen Reihe von Gründen dafür entschieden, für die Standorte Bopfingen und Wolfratshausen ein Nachfolgeunternehmen zu suchen, das den Betrieb möglichst unterbrechungsfrei weiterführen sollte. Einen Partner hat man leider für die von der Schließung betroffenen Standorte nicht gewinnen können. Der zunehmende Wettbewerbsdruck und ein immer stärker werdender Kannibalisierungseffekt durch den Standort Neu-Ulm waren dafür mitverantwortlich. „Die Einzugsgebiete der Häuser überschneiden sich teilweise, das gilt insbesondere für Bopfingen. Deswegen ziehen viele Kunden es inzwischen vor, direkt in das größte und modernste der drei Möbel Mahler-Häuser nach Neu-Ulm zu fahren“, erklärt Michael Mahler die Entwicklung. Gleichzeitig gab es an den Standorten Bopfingen und Wolfratshausen einen Investitionsstau in erheblicher Höhe, der umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen nötig gemacht hätte. „Alles in allem hat dies dazu geführt, dass die wirtschaftlichen Risiken bei Fortführung der Standorte in Bopfingen und Wolfratshausen für unsere Familie nicht mehr tragbar gewesen wäre“, erklärt der persönlich haftende Unternehmer Gerhard Mahler. Deswegen habe er nun nach dem Scheitern der geplanten Übernahme und vor dem Hintergrund des anstehenden Generationswechsels diese harte Entscheidung leider treffen müssen.

dor

 

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