Besser spät als nie

Moosach distanziert sich von Ehrenbürger Hitler

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Adolf Hitler war Ehrenbürger der Gemeinde Moosach.

Moosach – Spät, aber immerhin: Einstimmig hat sich der Gemeinderat Moosach in seiner jüngsten Sitzung von der Ehrenbürgerschaft Adolf Hitlers distanziert.

Der am 19. April 1934 vom damaligen Moosacher Gemeinderat gefasste Beschluss „sei aus heutiger Sicht unverständlich, wurde aber aus der damaligen Zeit heraus geboren. Nur einzelne haben die Absichten der Machthaber und die bekannte Entwicklung erkannt“, heißt es in der Niederschrift der Sitzung. Rund 4000 Städte und Gemeinden, wie auch die Gemeinde Moosach, haben Hitler zu Lebzeiten zum Ehrenbürger ernannt. Das dies oft nicht ganz freiwillig geschah, vermutete auch Renate Ries von der Moosacher Arbeitsgruppe „Ortschronik“. Ihr Kollege Peter Maicher entdeckte das Gemeinderatsprotokoll von 1934 bei der Durchsicht aller Unterlagen für die Ortschronik. Er informierte sofort nach der Entdeckung Bürgermeister Gillhuber, der das Thema in den Gemeinderat brachte.

Eigentlich hätte sich der Gemeinderat nicht distanzieren müssen, denn, laut Artikel 16 der Gemeindeordnung, erlischt eine verliehene Ehrenbürgerschaft mit dem Tode. Außerdem wurde für Kriegsverbrecher der Verlust des Ehrenbürgerrechts gemäß Artikel VIII, Ziffer II. Buchstabe i der Direktive 38 des Alliierten Kontrollrats in Deutschland vom 12. Oktober 1946 festgelegt. Der Moosacher Gemeinderat setzte aber doch ein deutliches Zeichen und stimmte für eine postume Aberkennung einer Ehrenbürgerschaft, die unter den diktatorischen Verhältnissen in der Zeit des Nationalsozialismus verliehen worden sei.

ger

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