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Immer mehr Müll: Seebad nahe München droht die Schließung

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Von: Michael Acker

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Das Moosacher Bad am Steinsee vermüllt immer mehr. Die Untere Naturschutzbehörde droht jetzt mit der Sperrung der beliebten Badestelle. Das teilte das Landratsamt mit.

Moosach - Zigarettenkippen, Kronkorken, Plastiktüten, ganze Kisten mit leeren Flaschen und vieles mehr sind die Überreste von Feiern und Badebesuchen an der idyllisch gelegenen Uferstelle. Naturschützer schlagen nun Alarm, denn die Hinterlassenschaften verschandeln nicht nur den schönen Platz und sind ein Ärgernis für alle, die den Badeplatz nutzen möchten.

Vielmehr werden die für die Natur wichtigen Uferbereiche durch unbedachtes oder auch rücksichtsloses Verhalten der Menschen beeinträchtigt und gestört.

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Gesamter Steinsee liegt im Landschaftsschutzgebiet

„Der gesamte Steinsee mit Ufer und Umgebung liegt im Landschaftsschutzgebiet. Mit Ausnahme des Familienbads Steinsee und eben des Moosacher Bads ist deshalb das Betreten der Uferbereiche sowohl von der See- als auch von der Landseite her verboten. Hier befinden sich besondere Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Sie verdienen aufgrund ihrer Schönheit, Artenvielfalt und Eigenart einen besonderen Schutz. Zudem sind sie wertvolle Erholungsgebiete und Ruhezonen, die nur durch besondere Rücksichtnahme jedes Einzelnen in ihrer Substanz erhalten werden können“, heißt es dazu aus der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt.

Und weiter: „Ökologisch intakte Seeuferbereiche mit den vorgelagerten Schilfgürteln und Schwimmblattpflanzen sind eine wichtige Voraussetzung für die Erhaltung einer guten Wasserqualität. Eine einzelne Zigarettenkippe kann eine Menge von 1000 Litern Wasser mit Nikotin verseuchen und vergiftet damit den Lebensraum für kleine Wassertiere, wie z.B. Wasserflöhe.“

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Apelle an die Vernunft haben bisher nichts gebracht

Appelle an die Vernunfthätten immer weniger Erfolg. Die UNB bittet daher alle: „Sprechen sie Ihre Mitbürger bei Fehlverhalten an und wirken sie so aktiv mit, dass das Moosacher Bad als offene, kostenlose und saubere Badestelle erhalten bleiben kann“.

Ließe sich das Problem nicht in den Griff bekommen, müsste letztendlich auch der Uferbereich „Moosacher Bad“ für die Öffentlichkeit geschlossen werden. „Das Betretungsrecht an der Freibadestelle beinhaltet lediglich den Zugang zum See. Es erlaubt keine Party, kein Lagern und kein Ablagern von Müll“, so die Behörde.  

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