Angriff am Samstag

Asylbewerber niedergestochen - Kripo nimmt Verdächtigen in Freising fest

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Kurz nach der Tat hat die Polizei alles nach der Tatwaffe abgesucht.

Nach der Messerattacke auf einen somalischen Asylbewerber haben die Ermittler einen Tatverdächtigen festgenommen. Der Mann war der Polizei bereits bestens bekannt.

Moosburg/Freising - Wie berichtet, war am 17. März gegen 22.20 Uhr in Moosburg ein 18-jähriger somalischer Staatsangehöriger von einem zunächst unbekannten Täter auf der Brücke über die ehemalige B11 in Moosburg mit einem Messer attackiert und niedergestochen worden. Ziel des jungen Mannes war eine Asylbewerber-Unterkunft in Moosburg, wo er wohl eine Bekannte treffen wollte. Das attackierte Opfer konnte sich noch bis zu einer Pizzeria schleppen, wo es schließlich zusammenbrach. Passanten, die den blutüberströmten Mann entdeckten, setzten den Notruf ab. Das Opfer erlitt lebensbedrohliche Verletzungen und musste in einer nahe gelegenen Klinik notoperiert werden, wie merkur.de berichtete. Inzwischen ist sein Gesundheitszustand stabil, Lebensgefahr besteht nicht mehr.

Der entscheidende Hinweis kam vom Landratsamt

In enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Landshut richtete die Kripo Erding eine Ermittlungsgruppe ein. Wie Hans-Peter Kammerer, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord berichtet, meldeten sich mehrere Zeugen. Sie beschrieben eine männliche Person, die sich in der Nacht der Messerattacke vom Tatortbereich in Richtung Innenstadt entfernt hatte. Markant waren die nackenlangen blonden Haare, die getragene Tarnhose mit schwarzen Flecken und eine Winterjacke mit Fellkapuze.

Kurz nach dieser Brücke über die ehemalige B 11 wurde der 18-jährige Somalier auf seinem Weg in Richtung Bonau schwer verletzt.

Im Folge des Presseaufrufes bekamen die Ermittler einen Hinweis aus dem Landratsamt. Der Behörde war ein Mann bekannt, auf den die Beschreibung passte. Es handelt sich um einen 22-jährigen Eritreer, der in einer Freisinger Asylbewerberunterkunft lebt. Am Mittwoch rückte die Polizei gegen 18 Uhr an – und hatte Glück: Der Tatverdächtige befand sich in der Unterkunft und wurde vorläufig festgenommen.

Der Mann hat schon einmal einen Polizisten attackiert

Der Polizei ist der Mann alles andere als unbekannt, wie Kammerer sagt. Beim Tatverdächtigen handelt es sich um ein einen seit 2014 in Deutschland lebenden Asylbewerber, der wegen zahlreicher Gewaltdelikte bereits in Erscheinung trat. Die Palette reicht von Ladendiebstahl über Sachbeschädigung bei Randalen in der Unterkunft bis hin zu gefährlicher Körperverletzung. „Sogar einen Polizisten hat er schon tätlich angegriffen“, berichtet der Polizeisprecher. Warum war der Mann noch auf freiem Fuß? „Weil keine Tat für sich einen Haftgrund ergeben haben“, sagt Kammerer.

Jetzt aber sitzt der Mann hinter Gitter. Denn im Zuge der polizeilichen Befragung ergaben sich offenbar weitere belastende Umstände, so dass die zuständige Staatsanwaltschaft Landshut Antrag auf Erlass eines Haftbefehls stellte. Die gestrige richterliche Vorführung beim AG Erding bestätigte den Antrag, so dass der Tatverdächtige nun in Untersuchungshaft sitzt.

Der Tatverdächtige hat noch nicht gestanden

Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern an. „Er hat bisher noch kein Geständnis abgelegt“; verrät Kammerer. „Generell macht er wenige Angaben.“ Immerhin: Hinweise auf ein fremdenfeindliches Motiv für die Tat haben sich bislang nicht bestätigt.

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