Hundedrama in Poing

Beim Gassi-Gehen: Mops gemopst

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Elias und „Marley“ waren ein Herrz und eine Seele: Doch nun muss der zweijährige Bub ohne den Mops leben.

Poing - Mops „Marley“ war der Liebling der Familie Can aus Poing. Doch dann ist der Hund auf offener Straße geraubt worden. Die Familie ist geschockt, die Hintergründe sind diffus.

Die Cans hatten den Mops übers Internet gekauft. Die Frage lautet: Wem gehört „Marley“?

Das Familienglück ist vor einer Woche jäh zerstört worden: Als Stephanie Can (23) morgens um halb acht mit Mops „Marley“ in Poing (Kreis Ebersberg) Gassi ging, wurde sie von einem Mann ins Gespräch verwickelt. Dabei habe er den Hund gestreichelt. „Meine Frau bemerkte, dass er am Halsband hantierte“, berichtet Stephanies Mann Okan (27). Der Unbekannte habe versucht, das Band zu öffnen; als dies nicht gelang, habe er den Hund gepackt. „Es kam zur Rangelei, der Mann nahm den Hund mit in ein Auto und fuhr davon.“

Zurück blieb das geschockte und mit Schürfwunden leicht verletzte Frauchen. Der Mann war kein Unbekannter, wie sich später herausstellte. Vor etwa vier Monaten hatte Familie Can via Internet-Auktionshaus ebay den Hund gekauft. Abgeholt und bezahlt haben sie ihn bei einer Frau in Allershausen (Kreis Freising), die den Mops zum Verkauf angeboten hatte. „Insgesamt haben wir etwa 250 Euro ausgegeben, weil wir den Hund beim Tierarzt auch noch impfen lassen mussten“, erzählt Okan Can.

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Die Familie des Großhandelskaufmanns verliebte sich sofort in den Mops, insbesondere die Kinder Emma (5) und Elias (2). Sie tauften ihn „Marley“, nach der Reggae-Legende Bob Marley. Wochen später, erzählt Okan Can, habe sich ein Mann gemeldet und behauptet, dass seine Ex-Frau den Hund ohne sein Wissen verkauft habe. Er wolle den Mops zurück – und bot der Familie 750 Euro als Gegenleistung an. Darauf gingen die Cans aber nicht ein. Dann kam besagter Tag, an dem ein Mann Stephanie auf offener Straße ansprach.

Okan Can hat Anzeige erstattet wegen Raubes und Körperverletzung. Der Vorgang werde an die Staatsanwaltschaft übergeben, um zunächst die Besitzverhältnisse zu überprüfen, teilt die Polizei mit. Der vermeintliche Eigentümer, der in München wohnt, wolle seinerseits beweisen, dass der Mops ihm gehört. Wenn klar sei, wer rechtmäßiger Besitzer des Hundes vorm Verkauf war bzw. jetzt ist, werde das Geschehen weiter untersucht und geklärt, ob eine Straftat vorliegt, so die Polizei. Okan Can hat einen Anwalt eingeschaltet. „Es geht mir nicht ums Geld, sondern darum, dass auf offener Straße ein Hund geraubt wird“, sagt er. Auch wenn es schwer falle: Familie Can will „Marley“ nicht zurück haben. Aus Angst, dass sich das Drama beim Gassigehen wiederholen könnte.

Armin Rösl

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