Warum Brigitte wohl sterben musste

Mord in Erding: Schulden und Eifersucht als Motiv?

Brigitte B. (51) war eine fröhliche Frau und eine liebevolle Mutter von Zwillingstöchtern. Musste sie sterben, weil sie Gastwirt Enzo S. (54) den Laufpass gab?

Erding - Erschlug der gescheiterte Gastwirt aus Erding seine Ex aus einer Mischung aus Eifersucht und Verzweiflung? Enzo S. waren die Schulden zuletzt wohl über den Kopf gewachsen.

Das Todesdrama von Erding erschüttert noch immer Nachbarn, Familienangehörige und vor allem die Zwillingstöchter der ermordeten Brigitte B. (51). Sie alle fragen sich: Musste die lebenslustige Frau sterben, weil sie ihren Ex-Freund Enzo S. (54) finanziell nicht mehr unterstützen wollte? Erschlug der gescheiterte Gastwirt seine Ex aus einer Mischung aus Eifersucht und Verzweiflung?

Enzo S. waren die Schulden zuletzt wohl über den Kopf gewachsen, erzählt ein Mitarbeiter der tz. Ende Juli musste er seine Trattoria am Freisinger Bahnhof schließen. „Er konnte die Pacht nicht mehr zahlen, machte zu wenig Umsatz“. Erst im April 2013 hatte der Italiener das Lokal eröffnet. „Das Geld für den Umbau und die Einrichtung kam von Brigitte.“

Die Lufthansa-Mitarbeiterin war eine vermögende Frau. Sie soll nach dem Tod ihres Mannes 2006 mehrere Häuser in Erding und Freising geerbt haben. Enzo S. konnte sich jahrelang auf Brigitte B.’s Großzügigkeit verlassen, wenn er in finanziellen Schwierigkeiten war. Und das war der Gastwirt wohl öfters. Auch sein erstes Lokal, das Ristorante Amalfi in Freising, musste er wegen vieler Schulden schließen.

Ende April spitzte sich die Lage für Enzo S. zu. Der als cholerisch und streitsüchtig beschriebene Italiener bekam von Brigitte B. den Laufpass. Sie hatte sich in einen Nachbarn verliebt. Jetzt war plötzlich Schluss mit gemeinsamen Urlauben, die Brigitte B. stets finanziert hatte. Und es war auch Schluss mit den Geldspritzen, wenn mal wieder die Gläubiger bei Enzo S. anklopften.

Der Gastwirt konnte deshalb wohl die neue Liebe von Brigitte B. nicht akzeptieren. Bei einem Streit Anfang Mai würgte der 54-Jährige die Mutter von zwei Zwillingstöchtern (19). Die Erdingerin zeigte ihn daraufhin wegen Körperverletzung an. Doch Enzo S. gab auch jetzt nicht auf. „Er bombardierte Brigitte regelrecht mit Telefonanrufen“, weiß der ehemalige Kellner des Italieners.

Am Mittwochabend eskalierte die Situation. Enzo S. passte seine Ex vor ihrem Wohnhaus in Erding auf. In der Garage kam es zum Streit, vermutlich ging es um Geld. Gegen 20 Uhr fand ein der Töchter ihre Mama blutüberströmt in der Garage. Der Notarzt konnte nur noch ihren Tod feststellen. Brigitte B. war brutal erschlagen worden.

Etwa zeitgleich wurde rund 60 Kilometer südlich in Holzkirchen die Leiche von Enzo S. geborgen. Der Gastwirt hatte sich vor einen Zug geworfen. Die Polizei vermutet: Nach dem Mord an Brigitte B. war Enzo S. mit einem Leihwagen, der mittlerweile gefunden wurde, zum Ostbahnhof gefahren. Von hier aus fuhr er mit der S-Bahn nach Holzkirchen, um auch sein Leben zu beenden.

JAM

Familiendrama in Erding: Bilder vom Tatort

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