Polizei fasst mutmaßlichen Täter

Ursula Schnurs Mörder räumte ihr Konto ab

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Eine 76-jährige Frau ist in ihrem Haus in Erdweg (Ortsteil Großberghofen) getötet worden. Nun wurde ein Tatverdächtiger gefasst.

Dachau - Die Ermittlungen im Fall der ermordeten 76-Jährigen in Erdweg sind offenbar ein großes Stück vorangekommen: Am Sonntagnachmittag wurde ein 26-Jähriger gefasst, der die Kreditkarte des Opfers benutzt hatte.

Nur einen Tag, nachdem der Tod von Ursula Schnur bekannt wurde, ist ihr mutmaßlicher Mörder gefasst!

Vergangenen Dienstag wurde die Seniorin (76) aus Großberghofen im Dachauer Hinterland morgens um 8.30 Uhr tot in ihrem Häuschen aufgefunden. Eine Obduktion ergab: Die alleinstehende Frau, die in der Nähe eines kleinen Wäldchens in einer Siedlung wohnte, wurde brutal ermordet. Bereits am Montag gab es den ersten Erfolg der Polizei: Ermittler der Fahndungsgruppe „Waldweg“ nahmen einen dringend Tatverdächtigen aus der Gemeinde Erdweg fest! Es ist Arvid K., ein 26-jähriger Arbeitsloser, der laut Dachauer Nachrichten erst vor zwei Wochen wegen Drogenhandels zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Wegen Mordverdachts wurden gegen ihn richterliche Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt. Am Sonntagnachmittag rückten die Ermittler in seiner Wohnung an und nahmen den mutmaßlichen Mörder um 16.05 Uhr fest!

Verdächtiger gesteht Diebstahl der EC-Karte, bestreitet aber die Tat

In seiner Vernehmung räumte der 26-Jährige ein, mit der Kreditkarte der Toten insgesamt fünfmal an verschiedenen Münchner Geldautomaten Bargeld abgehoben zu haben – dabei wurde das Tageslimit von 1000 Euro jeweils voll ausgeschöpft. Arvid K. wurde dabei von Videokameras aufgezeichnet. Obwohl er sein Gesicht teilweise vermummte, glaubte ihn ein Beamter der Kripo Fürstenfeldbruck auf den Aufnahmen zu erkennen – denn die Ähnlichkeit zu einem ihm bereits bekannten Täter war groß. Eine Überprüfung ergab: Arvid K. ist mutmaßlich auch in diesem Fall der Täter! Vor den Beamten räumte er die Entwendung der EC-Karte sowie auch die Geldabhebungen ein. Laut Polizei bestreitet er aber, Ursula Schnur getötet zu haben.

Im Umfeld der Toten ist man geschockt. 23 Jahre lang war Ursula Schnur in der Gemeindeverwaltung tätig und erste Anlaufstelle für viele Bürger. Unklar ist zur Zeit noch, ob sie ihren Mörder selbst ins Haus ließ – oder ob sie zuhause überfallen wurde. Die Staatsanwaltschaft München II hat inzwischen Haftbefehl gegen den Arvid K. beantragt. Am Montagnachmittag wurde der 26-Jährige vor den zuständigen Ermittlungsrichter geführt. Die Kripo Fürstenfeldbruck ermittelt weiterhin mit Hochdruck. Forensisch verwertbare Ergebnisse der Spurenauswertung vom Tatort werden aber erst in den kommenden Tagen erwartet.

Tochter des Opfers hofft auf gerechte Strafe

Nach der Festnahme des mutmaßlichen Mörders atmen auch die Anwohner in Großberghofen wieder auf. Hier war Ursula Schnur wegen ihrer offen und freundlichen Art sehr beliebt und engagierte sich jahrelang ehrenamtlich in Vereinen. Umso größer die Fassungslosigkeit über ihren gewaltsamen Tod – und die Angst vor dem brutalen Täter!

Dass ein Hauptverdächtiger so schnell geschnappt werden konnte, wird auch Tochter Sybille trotz tiefer Trauer ein bisschen Genugtuung verschaffen. Sie wünscht sich, dass Arvid K. nun vor Gericht kommt – und seine gerechte Strafe erhält!

Mord in Erdweg: 76-Jährige getötet

Erdweg: 76-Jährige zu Hause getötet

A. Thieme, J. Mell

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