Kraillinger Doppelmord: Mithäftling soll aussagen

München - Er wird verdächtigt, seine Nichten getötet zu haben - deshalb steht ein Postbote vor Gerichte. Doch der bestreitet die Tat. In Untersuchungshaft soll er sich anders geäußert haben.

Im Prozess um den Kraillinger Doppelmord soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft auch ein früherer Mithäftling des Tatverdächtigen aussagen. “Uns liegen mehrere Aussagen eines Zellengenossen vor“, sagte Oberstaatsanwältin Andrea Titz am Donnerstag. “Er gibt wieder, was angeblich in Gesprächen mit dem Angeklagten gefallen ist.“ Die Staatsanwaltschaft habe ihn darum als Zeugen benannt. Das Gericht müsse nun entscheiden, ob er für den Prozess auch zugelassen wird.

Die Münchner “Abendzeitung“ hatte zuvor ein anonymes Gespräch mit einem Mitgefangenen veröffentlicht. Ob es sich dabei um den selben Mann handelt, der nach dem Willen der Staatsanwaltschaft im Prozess aussagen soll, konnte Titz nicht sagen.

Der tatverdächtige Postbote soll im März seine beiden acht und elf Jahre alten Nichten Chiara und Sharon im Münchner Vorort Krailling getötet haben. Vom 17. Januar 2012 an soll ihm der Prozess gemacht werden. Die Mutter hatte die Leichen ihrer Töchter gefunden, als sie am frühen Morgen des 24. März von der Arbeit aus der nur 100 Meter entfernten Kneipe ihres Freundes nach Hause kam.

Schon nach wenigen Tagen geriet der Onkel der Mädchen unter Tatverdacht. Am Tatort wurde seine DNA gefunden, unter anderem an den Leichen der Kinder und an den mutmaßlichen Tatwaffen, einer Hantelstange und einem Messer. Auch ein Seil, das bei dem Verbrechen verwendet wurde, stammte den Ermittlungen zufolge von dem Onkel.

Rubriklistenbild: © dpa

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