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Mordopfer im Starnberger See versenkt? Mysteriöser Fall stellt Ermittler vor Rätsel - Tatverdächtiger schweigt

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Von: Volker Ufertinger

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Buch von St. Heinrich
Ist Daniel M. tatsächlich im Starnberger See versenkt worden, wie einer von zwei Angeklagten behauptet? Daran gibt es inzwischen Zweifel. © Hans Lippert

Seit einem Jahr versucht ein Gericht zu klären, was mit dem vermissten Daniel M. passiert ist. Ist die Leiche im Starnberger See versenkt worden? Zweifel sind angebracht.

Bad Tölz-Wolfratshausen/Gießen – Seit fast einem Jahr läuft am Landgericht Gießen (Hessen) ein Prozess, der unter dem Namen „Mord ohne Leiche“ berühmt geworden ist. Denn: Die sterblichen Überreste des Opfers Daniel M. wurden nie gefunden. Hat Robert S., einer der beiden Angeklagten, den zerstückelten Leichnam bei St. Heinrich im Starnberger See versenkt, wie er bei der Polizei behauptete? Eine Suche mit Tauchern blieb jedenfalls erfolglos. Inzwischen gibt es erhebliche Zweifel, ob diese Behauptung der Wahrheit entspricht.

Mordopfer in Starnberger See versenkt? Wahrscheinlich ist eine fehlgeschlagene Entführung

Die Staatsanwaltschaft geht nach wie vor davon aus, dass der IT-Spezialist Robert S., der eine Zeit lang in Geretsried gelebt haben soll, und der Lehrer Olaf C. ihren gemeinsamen Freund Daniel M. entführen wollten, um Geld zu erpressen. Doch irgendetwas ging schief. Klar ist: Daniel M. wurde im Auto von Robert S. erschossen, die Leiche zerstückelt und irgendwo entsorgt. Wer für was verantwortlich war, ließ sich in der zähen Beweisaufnahme nicht klären. Die beiden Angeklagten belasten sich gegenseitig.

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Aussagen vor Gericht macht nur Olaf C.. Sein ehemaliger Freund schweigt beharrlich. Stattdessen vertraut er sich Mitgefangenen an, die dann als Zeugen gehört werden, meist mit überschaubarem Erkenntnisgewinn. Außerdem schreibt er Briefe, die sich laut Gießener Allgemeiner Zeitung „zwischen Galgenhumor und Fäkalsprache“ bewegen. Gerichtet sind sie an die Mutter, an die Richterin, auch an die lokale Presse. Darin beteuert er nicht nur seine Unschuld, sondern zieht auch über den Mitangeklagten und sogar das Mordopfer her.

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Mysteriöser Mordfall: Angeklagter macht sich über Polizei lustig

Daran, dass Daniel M. im Starnberger See versenkt wurde, gibt es inzwischen Zweifel. Die weite Fahrt in den Süden passt nicht in die Abläufe, die das Gericht rekonstruiert hat. Eher in Betracht kommt der in der Nähe des Tatorts Hungen befindliche Sachsensee. Doch auch hier tauchte die Polizei erfolglos. Übrigens hat sich Robert S. Mitgefangenen gegenüber darüber lustig gemacht, dass speziell am Starnberger See ein so großer Aufwand getrieben worden ist. Dort wurde er mit einem Helikopter eingeflogen, um Hinweise zu geben. Ein Urteil wird im Mai erwartet.

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