Das sagt der Vater des Freundes

Unendliche Trauer: Mutter und Freunde weinen um Larissa

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Sehr hübsch und immer fröhlich: So werden Freunde Larissa in Erinnerung behalten.

München - Noch immer herrscht Fassungslosigkeit in Unterföhring über die grausame Bluttat, die sich in der Nacht zu Samstag dort ereignete. Das Wohnhaus der offenbar von ihrem Freund ermordeten Larissa (16) wird zur Pilgerstätte.

Es sind Worte der Liebe und der unendlichen Trauer – geschrieben von einer Frau, die die ermordete Larissa († 16) aus Unterföhring besser kannte als alle anderen: Auf einem öffentlichen Trauer-Portal im Internet zündete Mutter Manuela W. am späten Sonntagabend eine virtuelle Kerze an für ihre Tochter und begann zu schreiben. Es wurde eine ergreifende Liebeserklärung an ihr Kind, ein Dank für die große Anteilnahme und ein mutiger Blick in eine Zukunft ohne Larissa:

„Meine Süße, du wurdest uns einfach genommen – sinnlos und brutal – und das Leben geht einfach weiter, die Sonne scheint, die Uhr tickt, als wäre nichts passiert.“ Und weiter: „Noch hoffe ich, aus diesem Alptraum aufzuwachen. So viele liebe Freunde und Menschen, die dich lieben und vermissen, die uns durch ihre Anteilnahme Kraft schenken. (...) Wir möchten deine Stimme hören, dich lachen sehen und in die Arme nehmen. (...) Soviele offenen Fragen.“ Und dann schaut Manuela W. mutig nach vorn: „Für und mit deinen Geschwistern (...) werde ich weiterleben. Mit Dir im Herzen. (...) Du würdest nicht wollen, dass wir nur weinen. Eines Tages werden wir uns wieder gemeinsam in den Armen liegen. Bis dahin bist du der hellste Stern, unser Laristern. So wissen wir immer, wo du bist. Deine Mama.“

Adrians Vater: "Wir können uns das alles nicht erklären"

Larissas Eltern leben getrennt. Die 16-Jährige lebte bei ihrem Vater, der zur Tatzeit nicht daheim in der Fichtenstraße in Unterföhring war. Dort kam es in der Nacht zu Samstag zu einem völlig belanglosen Streit zwischen Larissa und ihrem Freund, dem Gemeindearbeiter Adrian S. (23). Unter Drogeneinfluss soll der 23-Jährige seiner Freundin um 1.30 Uhr den Hals aufgeschlitzt haben. Larissa starb am Sonntag in einer Münchner Klinik. „Wir können uns das alles nicht erklären“, sagte Adrians geschockter Vater der tz.

Das Wohnhaus an der Fichtenstraße wurde am Montag zur Pilgerstätte. Gleich nach der Schule kamen Larissas Freunde und legten unter Tränen vorm Haus Rosen, Narzissen, Herzchen, persönliche Briefe und Plüschtiere ab. Rührende Zeichen der Liebe, Freundschaft und Anteilnahme. Und der stille Versuch zu verstehen, was man zur Stunde noch gar nicht begreifen, nicht glauben, nicht fassen kann.

Er bleibt in der Psychiatrie

Während die Bürger von Unterföhring um Larissa trauern, versuchen Ärzte und Mordermittler zu ergründen, wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte. Der Täter, Bauhof-Mitarbeiter Adrian S. (23), bleibt bis auf weiteres in der forensischen Abteilung der Isar-Amper-Klinik in Haar. Er gab an, vor dem Mord Cannabis geraucht zu haben. Eine Vernehmung war nicht möglich, weil der 23-Jährige verwirrt wirkte und derart tobte, dass er sich blutende Wunden zufügte.

Adrian S. hatte ein Zimmer bei seinen Eltern und arbeitete im Bauhof Unterföhring. Vor zwölf Jahren kam er mit seiner Familie aus Thüringen nach München. Eine sympathischer Bursche mit kleinen Macho-Allüren, der von schnellen Autos und Motorrädern träumte und den Türkei-Urlaub mit seinen Kumpels genoss. Seine Kollegen sind fassungslos. Niemand hätte ihm einen Mord zugetraut – schon gar nicht an Larissa, mit der seit eineinhalb Jahren fest liiert war und bei der zuletzt auch lebte. Auslöser des tödlichen Streites war nach seinen Angaben die Frage, ob das Licht im Schlafzimmer an- oder ausgeschaltet werden sollte.

Bilder: Messer-Attacke in Unterföhring nach Beziehungsstreit

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Dorita Plange, Jacob Mell

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