Trauerfeier in Notzing: Bewegender Abschied von Heidi und Franz R.

Notzing/Erding - Es war ein bewegender Abschied: Am Mittwoch fand auf dem Städtischen Friedhof in Erding die Trauerfeier für das ermordete Ehepaar aus Notzing, Heidi und Franz R., statt.

Lange vor dem Beginn der Trauerfeier für das ermordete Notzinger Ehepaar Franz (60) und Heidi R. (54) war die Aussegnungshalle des städtischen Friedhofs an der Itzlinger Straße in Erding überfüllt. Auch Oberdings Bürgermeister Helmut Lackner war gekommen. Viele Trauergäste mussten vor der Halle im Regen ausharren. Drinnen standen die beiden Särge, geschmückt mit roten Rosen und Trauerschleifen mit den Namen der Kinder, Andreas (29) und Cornelia R. Daneben einige Kränze und Gebinde von Franz R.s früheren Kollegen bei BMW, von der Konzernleitung und von Freunden. Einige Besucher hatten Rosen dabei. Das Sterbebild trug den Spruch „Wenn uns die Menschen, die wir lieben, genommen werden, dann können wir sie trotzdem behalten, indem wir nie aufhören, sie zu lieben.“

In der ersten Reihe saßen die Verwandten. Andreas R. wirkte gefasst. Seine Schwester, die bei der Beseitigung Leichen beteiligt war, wird zu einem späteren Zeitpunkt Abschied von ihren Eltern nehmen.

Diakon Sebastian Lenz aus der Gemeinde Oberding, sprach von einem „bestialischen Mord“ und der „schrecklichen Tatsache, dass wir nur noch vor ihren Särgen stehen und nichts mehr für sie tun können“. Jeder frage sich: „Wie konnte der barmherzige Gott so etwas zulassen?“ Dennoch dürfe man nie vergessen, „dass die Liebe stärker ist als der Tod“.

Lenz ging auf den Lebensweg des Paars ein, erinnerte an die gelernte Bürokauffrau, die seit 2005 im Notzinger Kindergarten arbeitete, und den Mitarbeiter im BMW-Werk für Motorräder. Bereits in Goldach hätten sie sich ein Haus gebaut, 2006 erwarben sie einen Baugrund in Notzing. „Sie hatten noch so viel vor“, so der Geistliche.

Nach der Trauerfeier wurden die Särge ins Freie geschoben und dann in zwei Leichenwagen der Trauerhilfe Denk verladen – der letzte Moment des Abschiednehmens. Franz und Heidi R. werden feuerbestattet.

Die Ermittlungen laufen derweil weiter. Oberstaatsanwalt Ralph Reiter aus Landshut sagte, dass Christoph W. und Cornelia R. immer stärker voneinander abweichende Aussagen machten. So habe die 17-Jährige mehrfach versichert, beim Versuch, die Leichen in Lengdorf, am Notzinger Weiher und schließlich im eigenen Garten gedrängt worden zu sein. Christoph W. soll ihr sogar mit Gewalt gedroht haben, falls sie nicht mitspiele. Der widerspricht Christoph W.. Cornelia R. habe vielmehr freiwillig mitgewirkt. Sie hätten Zukunftspläne geschmiedet. „Ich tendiere dazu, dass sie unter Druck und im Schock gehandelt hat“, so Reiter. Aus dem Umfeld heißt es, sie sei gelöster gewesen, seit sie sich getrennt hatte. Das Mädchen befindet sich weiter in der Psychiatrie in Taufkirchen. „Das Trauma wird bei ihr noch eintreten“, ist der Ankläger überzeugt.

Christophs W.s Verteidiger Winfried Folda berichtet, sein Mandat, der auch ihm das Motiv nicht verraten, sei selbsttötungsgefährdet und deshalb von Landshut in die JVA Straubing verlegt worden, um dort ebenfalls psychiatrisch behandelt zu werden. Der 21-Jährige leide unter einer Art Borderline-Syndrom, und war deswegen schon einmal im Bezirkskrankenhaus Haar in Therapie.

Hans Moritz

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