25-Jährige brutal vergewaltigt

Sex-Bestie von Herrsching: Das Tat-Protokoll

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Links: Matthias M. († 28) beim Prozess 2009 – damals wurde er wegen einer Einbruchs-serie zu fünf Jahren und neun Monaten verurteilt. Rechts: Das Tat-Auto.

Herrsching - Schneller Erfolg für die Ermittlungsgruppe Ellwang: Der brutale Überfall auf eine 25-Jährige am Wochenende in Herrsching ist aufgeklärt. Der Täter ist tot.

Das unfassbare Sex-Verbrechen von Herrsching ist aufgeklärt! Nicht einmal drei Tage danach hat die Polizei den Mann ermittelt, der eine junge Frau (25) in der Nacht zu Sonntag mit seinem Auto überfuhr, nachdem er sie brutal vergewaltigt hatte (tz berichtete). Es ist der Münchner Heizungsbauer Matthias M. († 28)! Ein Arbeitskollege, dem er sich anvertraut hatte, lieferte der Kripo Fürstenfeldbruck den entscheidenden Hinweis. M. warf sich noch am Sonntag – wenige Stunde nach der Tat – nahe Trudering vor einen Zug und starb.

Die tz erklärt das Tat-Protokoll der Sex-Bestie

Sonntag, 3.15 Uhr: Johanna L. (25, Name geändert) nimmt die letzte S-Bahn in Richtung Herrsching und kommt um 3.15 Uhr am Bahnhof an. Laut Polizei ist sie allein und fährt mit dem Rad in Richtung Fachhochschule, wo sie im Studentenwohnheim lebte.

Sonntag, 3.25 Uhr: An der Kreuzung Rauscher-/Hechendorfer Straße – nur rund 300 Meter vom Wohnheim entfernt – trifft die junge Frau im Dunkeln auf Matthias M. „Sie war ein Zufallsopfer“, sagt Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer. Der Täter läuft ihr in die Spur und zerrt Johanna L. vom Rad. Mehrere Male schlägt er massiv auf sie ein, bis sie nicht mehr reagiert. Dann fesselt er ihre Hände, klebt Panzerklebeband über ihre Augen und sperrt die junge Frau in den Kofferraum seines schwarzen 3er-Golf, den er wenige Meter entfernt geparkt hat.

Sonntag, 3.45 Uhr: Mit seinem benommenen Opfer fährt Matthias M. über die Rauscher Straße gezielt in das Waldstück zwischen Rausch und Ellwang. Er hält an einer Lichtung, öffnet den Kofferraum und schlägt weiter massiv auf Johanna L. ein.

Danach reißt er ihr die Hose herunter, vergewaltigt sie schwer und lässt sie blutend am Boden liegen. Unfassbar: „Mit der Absicht sie zu töten, fuhr der Täter anschließend mit seinem Wagen über die am Boden liegende Frau“, sagt Manfred Frei, Chef der Fürstenfeldbrucker Kriminalpolizei. „Er entfernte sich im Glauben, sie müsse tot sein.“ Aber er irrt! Johanna L. lebt, ist „in lebensbedrohlichem Zustand“, sagt Frei.

Sonntag, 4.10 Uhr: Auf Grund ihrer schweren Verletzungen kann die Studentin kaum sehen – trotzdem schleppt sie sich bis zum ersten Haus am Waldrand, das 1,3 Kilometer vom Tatort entfernt ist. Dort bricht sie zusammen.

Sonntag, 5.30 Uhr: Bewohner Thomas R. findet die Verletzte und ruft den Notarzt.

Sonntag, ca. 10 Uhr: Matthias M. ruft einen Arbeitskollegen an und erzählt ihm von einem Unfall im Wald (siehe Text unten).

Sonntag, 12.20 Uhr:  Bei Trudering steigt Matthias M. auf die Gleise und wird von einem Eurocity erfasst und verletzt. Ein heranfahrender Meridian tötet ihn. „Die Umstände des Unfalls sind noch nicht abschließend geklärt“, sagt Frei.

Sonntag, 14 Uhr: Der Arbeitskollege hört von M.’s Tod und ruft die Polizei. Der entscheidende Hinweis! Denn am S-Bahnhof Gronsdorf finden Beamte wenig später auch sein Auto. „In und am Fahrzeug fanden sich Gegenstände und Spuren, die eindeutig auf eine Täterschaft des 28-Jährigen hinweisen“, sagt Frei. Auch die DNA stimmt überein.

Andreas Thieme

 

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