Wegen Mordversuch vor Gericht

Diese Rocker prügeln Zuhälter bewusstlos

Die beiden Angeklagten

München/Türkenfeld - Unter starken Sicherheitsvorkehrungen hat am Dienstag in München ein Prozess gegen zwei Mitglieder der Rockergruppe Bandidos wegen versuchten Mordes begonnen.

Sie nennen sich „Bandidos“, lieben schwere Motorräder und machen auf knallharte Männer. Das hatte Simon S. (27) am 11. November 2011 vor dem Clubhaus der Rocker in Türkenfeld brutal zu spüren bekommen. Er wurde bewusstlos geprügelt, sein Schädel war übersät von Wunden. Wegen versuchten Mordes müssen sich jetzt der Puffbesitzer Georg V. (44) und Bandenmitglied Mladen G. (41) vor dem Landgericht München II veranworten.

„Ich bedaure sehr, dass ich ihn so schwer verletzt habe“, so Georg V. kleinlaut.  Seinem Opfer schrieb er einen Brief: „Bitte Simon, verzeih mir.“ Mladen G. lässt über seine Anwältin Katja Günther verkünden, dass er seine Beteiligung an der Bluttat einräumt: „Er hat sich in die Situation hineinziehen lassen.“

Die Vorgeschichte: Simon S. ist Zuhälter, dessen Freundin in einem Bordell von Georg V. am Ende der Lochhausener Straße (Obermenzing) arbeitete. Als die Dame aufhörte, gab’s Ärger. „Es kommt darauf an, dass der Arbeitsplatz besetzt ist“, so Puffbesitzer Georg V, der wegen ausbeuterischer Zuhälterei und Körperverletzung vorbestraft ist. Der Puffbesitzer war der Meinung, der Zuhälter schulde ihm noch 2000 Euro. Deshalb wurde Simon S. ins Clublokal in Türkenfeld einbestellt. Auch er ist ein Rocker, aber noch ein „Gringo“. Die Aufnahme zu den Bandidos steht ihm noch bevor. Georg V. forderte ihn auf, vor die Tür zu kommen: „Mann gegen Mann, ohne Waffen.“

Laut Anklage mischte aber Mladen G. auf heimtückische Weise mit: Von hinten donnerte er Simon S. eine schwere Maglite-Taschenlampe mehrmals wuchtig über den Schädel! In der Anklage heißt es: „Sodann nahmen die beiden Angeklagten dem bewusstlosen Geschädigten seine Gringo-Kutte ab und ließen ihn heftig blutend am Boden liegen.“ Opfer Simon S. tritt am Donnerstag in den Zeugenstand.

Eberhard Unfried

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