Sie hinterlassen drei Kinder

Aschheimer Motorrad-Drama: Ehepaar tot

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Florian M. (45) und seine Frau Andrea (45) ­waren ein Herz und eine Seele

Aschheim - Florian M. und seine Frau Andrea (beide 45) waren begeisterte Motorradfahrer. Am Sonntag vor einer Woche endete ihre Leidenschaft in einem tödlichen Drama bei Aschheim.

Sie waren begeisterte Motorradfahrer. Wann immer Florian M. (45), ein gelernter Koch, ein bisschen Freizeit hatte, schnappte er seine Frau Andrea (45) und startete seine Maschine. Am Sonntag vor einer Woche endete ihre Leidenschaft in einem tödlichen Drama: Bei Aschheim raste ihnen auf ihrer Fahrbahn ein Auto entgegen. Den Frontalzusammenstoß überlebten die Eltern von drei Kindern nicht. Sie starben noch an der Unfallstelle. Am Montag finden die Eheleute ihre letzte Ruhe auf dem Friedhof.

Es ist gegen 13 Uhr, als das Schicksal seinen Lauf nimmt. Florian und Andrea fahren auf der Staatstraße 2082 in Richtung Ascheim. Plötzlich schert ein entgegenkommender Toyota Yaris auf ihre Fahrbahn aus. Florian M. hat keine Chance, auszuweichen. Er kracht mit seiner Maschine frontal in die linke Seite des Toyota. Er und seine Frau Andrea werden meterweit durch die Luft geschleudert.

Die Rettungskräfte können nichts mehr für die Eheleute tun. Sie sterben noch an der Unfallstelle. Der 70-jährige Geisterfahrer kommt mit schwersten Verletzungen in ein Krankenhaus. Vier Tage später, am Donnerstag, stirbt auch er. Der Münchner kann nicht mehr erklären, warum er auf die Gegenfahrbahn geriet – und warum drei Kinder keine Eltern mehr haben.

Die Trauer und Verzweiflung der Kinder von Florian und Andrea M. ist seitdem grenzenlos. „… und auf oamoi is nix mehr, wia’s vorher woar“, schreiben die Kinder in der Todesanzeige für ihre geliebten Eltern. „Diese wundervollen und wunderbaren Menschen leben nicht mehr“, heißt es im Internet. „Sie waren für die Familie und Freunde das Leben!“

In der Aussegnungshalle des Waldfriedhofs in Höhenkirchen haben die Bestatter schon gestern zahlreiche Blumenkränze abgelegt. Auch Kollegen vom Eden Hotel Wolff am Münchner Hauptbahnhof schickten einen letzten Gruß. Für zwei Menschen, deren Lachen und Herzlichkeit niemal vergessen werden.

Jam

Motorrad-Saison: Was die Münchner Polizei jetzt rät

Der Frühling ist da, und das heißt für viele: Helm auf und ab aufs Motorrad. Doch immer wieder gibt es tödliche Unfälle wie jetzt am Wochenende – ob verschuldet oder, wie im Text oben, unverschuldet –, auch wenn die Münchner Polizei viel tut: Vom 22. bis 28. April hat sie die Aktion Motorradsicherheit durchgeführt: Insgesamt 919 Biker haben die Beamten in einer Woche kontrolliert, 388 zurechtgewiesen, 66 wegen Verkehrsverstößen verwarnt und 27 wegen Delikten angezeigt – darunter acht Raser. An Biker-Treffs und Geschäften haben die Polizisten den Münchner Motorradfahrer Tipps für die Saison mit auf den Weg gegeben:

Training: Wer lange nicht gefahren ist, sollte erst eine kürzere Tour wählen. Überschwang kann tödlich enden: 2011 waren 1124 Biker an Unfällen beteiligt, 904 von ihnen verletzten sich, sechs starben.

Pausen: Längere Touren bei warmen Wetter sind toll, aber auch anstrengend. Bei Hitze leidet die Konzentration, deshalb sind Pausen sinnvoll.

Licht: Biker sieht man wegen ihrer schmalen Silhouette eh schlechter – umso wichtiger, dass sie immer mit Licht fahren (auch im Frühling!)

Reifen: Glatte oder verschlissene Straßen sind gefährlich. Wichtig deshalb: vor der Fahrt Reifen, Profiltiefe und Luftdruck prüfen.

Schrauben: Liebhaber basteln gerne an ihrer Maschine. Wer keine Fachkenntnisse hat: Finger weg. Wirklich sicher repariert nur die Werkstatt.

thi

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