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Motorsport-Manager: Zucker statt Zylinder

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Motorsport-Manager Volker Zeh in seiner Florentiner-Backstube

Geretsried - Reifen quietschen, Motoren dröhnen, in der Luft liegt der Geruch von Benzin: Das ist die Welt von Motorsport-Manager Volker Zeh (47). Aber der Geschäftsmann hat nicht nur schnelle Autos und PS im Kopf, sondern auch eine ganz süße Seite.

Er bäckt in einer eigenen Firma am Starnberger See Florentiner! Gerade kommt ein Blech frischer Florentiner aus dem Ofen – und der Chef probiert gleich persönlich. „Bei dem Duft kann ich nicht widerstehen“, sagt Zeh. Da klingelt auch schon sein Handy: Rennfahrer Markus Winkelhock will wissen, welche Termine anstehen.

Seit 13 Jahren ist der gebürtige Schwabe Motorsport-Manager. Vor einem halben Jahr hat er sich in Geretsried den Traum von der Florentiner-Fabrik erfüllt: „Ich wollte etwas schaffen, bei dem ich fragen kann: schmeckt’s oder nicht?“ Dabei drehte sich bei ihm anfangs alles um Blech und Stahl: 1990 eröffnet der gelernte Kaufmann in Schorndorf bei Stuttgart eine Metalltechnikfirma – mit drei Mitarbeitern stellt er hier Verkleidungen für Maschinenanlagen her.

Ende der 90er organisiert Zeh für seinen Freund Zvonimir Soldo, damals Kapitän beim VfB Stuttgart, erste Autogrammstunden. Das öffnet Türen: 1999 beauftragt ihn der damalige DTM-Werksfahrer Bernd Mayländer (der steuert heute das Safety Car in der Formel 1) mit dem Management. Seit 2005 betreut er Markus Winkelhock, der 2007 sogar beim Formel-1-Grand Prix am Nürburgring startete. „Er wäre unter den ersten Acht gelandet, wenn nicht die Elektronik ausgefallen wäre.“

2007 verkauft Zeh aus persönlichen Gründen seine Schorndorfer Firma, die mittlerweile 300 Mitarbeiter beschäftigt, und zieht an den Starnberger See. „Ich wollte einfach weg, etwas anderes machen.“ 2010 bummelt er im Italienurlaub mit seiner Frau durch Florenz – und bleibt vor einem Süßwaren-Stand stehen. „Ich sah die platten Florentiner und dachte mir: Das kann man auch schöner machen.“ Zeh fackelt nicht lange: Im Industriegebiet in Geretsried findet er eine geeignete Fabrik samt Büro, stellt fünf Mitarbeiter ein und entwickelt mit einem Bäcker aus Mandeln, Schokolade, Rahm und Butter sein eigenes Florentiner-Rezept („Erst nach 80 Kilo waren wir zufrieden“).

Die Firma tauft er SchokoLago – in Anlehnung an die italienische Heimat der Florentiner und den naheglegenen Starnberger See. Bis zu 250 Kilo Florentiner stellt die Truppe täglich her – alles in Handarbeit. Erst rührt Bäckermeister Hans Makrutzki die Masse an. Dann werden die Florentiner einzeln gewogen und geformt, kommen für 15 Minuten in den Ofen und werden nach einem Tag Ruhepause von Hand schokoliert. Volker Zeh kümmert sich als Chef um Vertrieb und Kunden.

Extrawürste gibt es für ihn nicht: „Ich hole genauso Kaffee wie jeder andere.“ Die Florentiner verkauft er über das Internet (www.schokolago.com) oder in Feinkostläden, etwa bei Käfer. Es ist ein großer Vorteil, gleichzeitig Motorsport-Manager und Florentiner-König zu sein. Volker Zeh: „Als es mal zeitlich eng wurde, ist Markus Winkelhock mit einer Ladung Florentiner zu Käfer nach München gedüst. Ich hab eben den schnellsten Ausfahrer der Welt!“

Christina Schmelzer

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