Hund mit neuer "Frisur"

"Mucky" wieder da: So freut sich die Besitzerin

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Wieder bei ihrem Frauchen: Mucky konnte am Montagabend von der Polizei nach Hause zu Christina T. gebracht werden.

Karlsfeld - Frauchen atmet auf: Hündin Mucky, die vor dem Norma in Karlsfeld gestohlen wurde, ist wieder daheim. Die Polizei wurde fündig - und die Besitzerin ist glücklich. Auch wenn Mucky nicht ganz die selbe ist.

Christina T. hat drei Tage voller Verzweiflung hinter sich. Am Samstagvormittag war die 46 Jahre alte Karlsfelderin wie schon so oft im Norma-Markt im Gewerbegebiet beim Einkaufen. Mucky, ihre heißgeliebte Havaneser-Dame, wartete brav vor der Tür. Als Christina T. zurückkam, war Mucky weg.

Für T. war sofort klar: Das war Diebstahl. „Mucky ist ja noch nie weggelaufen, die Leine ist ja schwerer als sie.“

Auch die Beamten der Dachauer Polizei waren rasch überzeugt, dass das Tier nicht etwa ausgerissen war. Hier lag eine Straftat vor. Dass die Sache öffentlich so großes Aufsehen erregte, unter anderem durch Beiträge in den Dachauer Nachrichten und in der „tz“, erleichterte die Ermittlungen. Polizeisprecher Michael Richter: „Es haben viele Leute bei uns angerufen, viele mit sehr konkreten Hinweisen.“

Muckys Verschwinden habe das Tagesgeschäft der Dienststelle beachtlich beeinflusst, so Richter: „Meine Kollegen haben sich richtig dahintergeklemmt.“

Mit schnellem Erfolg. Am Montagabend klingelte eine Zivilstreife bei den mutmaßlichen Hundedieben an der Wohnungstür. Schon beim ersten Klingeln hörten die Beamten Hundegebell, zunächst wurde jedoch nicht geöffnet. Beim zweiten Klingeln machte ein 28-jähriger Mann auf. „Meine Kollegen sahen den kleinen Hund durch die Wohnung flitzen, sie fackelten nicht lange und nahmen Mucky mit“, so Richter.

Die 33-jährige Frau und ihr Mann wollten sich noch mit fadenscheinigen Angaben herausreden. Doch schon allein die Tatsche, dass sie ihrer Beute einen neuen Namen und eine andere „Frisur“ verpasst hatten, deuten auf einen Diebstahl hin.

Übers Motiv wird noch gerätselt. Möglich, dass sich die Eheleute auf der Stelle in den putzigen Vierbeiner verliebt hatten, der da vor dem Supermarkt angeleint war. Möglich aber auch: Sie wissen genau, wie selten Havaneser sind. Christina T. sagt, sie wisse nur von drei Züchtern deutschlandweit. „Schon vor zehn Jahren wurden mir für Mucky als Welpe 1000 Euro geboten!“

Mucky taut nach ihrem unfreiwilligen Aufenthalt außer Haus erst allmählich wieder auf. Als die Beamten sie Christina T. zurückbrachten, war sie schon noch ein wenig ängstlich. „Bis sie meine Stimme hörte“, so T. In Polizeiobhut ging es Mucky allerdings bestens, einer der beiden Zivilfahnder hat selbst einen Hund.

Christina T. war natürlich voll des Lobes für die PI Dachau: „Toll, die Polizei war sehr, sehr, sehr flott!“ PI-Sprecher Richter nahm den Dank im Namen seiner Kollegen gerne an: „Wir haben bewiesen, dass wird nicht nur flüchtige Häftlinge oder Verbrecher, sondern auch vermisste Hunde aufspüren können.“

Alles andere als erfreulich wird die Sache für das Karlsfelder Ehepaar: Es muss sich strafrechtlich wegen Diebstahls verantworten. Erwischt wurden die beiden gerade noch rechtzeitig – sie werden in Kürze umziehen.

Thomas Leichsenring

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