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Müller-Brot: Beschäftigte bangen weiter

Neufahrn - Keine Entwarnung für die Beschäftigten der Großbäckerei Müller-Brot: 1100 Menschen müssen um ihre Jobs bangen. Auch auf einer Betriebsversammlung blieb offen, wie es weitergehen soll.

Auch nach der Betriebsversammlung bei der mit Hygieneproblemen kämpfenden Großbäckerei Müller-Brot bangen die Beschäftigten weiter um ihre Arbeitsplätze. Die Angst unter den Arbeitnehmern sei nach der Versammlung am Samstagabend in Neufahrn größer als zuvor, sagte der Vertreter der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Mustafa Öz am Sonntag. Die Geschäftsführung sei jegliche Antwort auf die Frage schuldig geblieben, wie es nun mit den Beschäftigen und dem Unternehmen weitergehen soll. “Sie haben viel erzählt, aber wenig gesagt.“ Mehr als 500 Arbeitnehmer seien zu der Betriebsversammlung gekommen.

Die Löhne für den Januar stünden noch aus, sagte Öz. Sie seien nach Angaben der Geschäftsführung aber sichergestellt und sollten bezahlt werden. “Es ist bei Müller-Brot völlig normal, dass die Löhne erst am Ende des Folgemonats gezahlt werden, also meist vier bis fünf Wochen später.“ Wie es danach weitergehe, sei jedoch völlig offen. “Wir wissen gar nichts.“ Alles hänge von der nächsten Kontrolle des Landratsamts am nächsten Freitag ab. Danach wolle die Unternehmensleitung anfangen, zu rechnen. “Alle 1100 Beschäftigten müssen zittern“, sagte Öz. Wenn die Behörde den Betrieb nicht wieder freigebe, sei das eine “Katastrophe“.

Die Geschäftsleitung habe zugegeben, dass das Unternehmen seit Beginn des Skandals Anfang Februar Millionenverluste habe verkraften müssen. “Es ist klar, dass wir mit Stellenverlusten rechnen müssen. Konkrete Zahlen wurden aber nicht genannt“, sagte Öz. Die Pächter der Filialen sollten entschädigt und “wieder mit ins Boot geholt werden“.

Die Stimmung unter den Beschäftigten sei am Anfang der Versammlung sehr ruhig und gespannt gewesen. “Als sie aber merkten, dass dabei nichts rumkommt, schlug es um und viele wurden sehr, sehr wütend und anklagend.“ Besonders verärgert seien die Mitarbeiter darüber, nicht informiert worden zu sein. Seit acht Jahren schaffe es die Geschäftsführung nicht, das Unternehmen auf gesunde Füße zu stellen. “Die Mitarbeiter verzichten seitdem regelmäßig auf Lohnerhöhungen und Urlaubsgelder - mittlerweile kommt eine solche Forderung an sie fast monatlich.“ Dies habe sich über die Jahre auf rund zwölf Millionen Euro summiert.

Und nun hätten sie mit Anfeindungen von Kunden zu kämpfen. “Beschäftigte erzählten, dass sie angepöbelt und beleidigt werden und dass sogar schon Scheiben an einem Lastwagen und an einer Filiale eingeschlagen wurden. Und dabei können diese Leute doch überhaupt nichts dafür.“

Die Geschäftsführung habe sich zwar entschuldigt und Fehler zugegeben, doch die Mitarbeiter hätten den Chefs nicht nur sprichwörtlich Rote Karten gezeigt. In der Versammlung zückten viele Rote Pappkarten. Besonders enttäuscht seien die Mitarbeiter gewesen, dass Mehrheitseigentümer Klaus Ostendorf nicht zu der Versammlung erschienen sei. “Viele fragen sich, ob sie ihm völlig egal sind.“ Aus Angst vor der aufgeheizten Stimmung, habe das Unternehmen für die Betriebsversammlung extra Sicherheitsleute bestellt sowie drei Sanitäter.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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