Müller-Brot-Betriebsräte: "Lasst uns nicht fallen"

Neufahrn - Die Betriebsräte der insolventen Großbäckerei Müller-Brot haben einen dramatischen Appell an die Gesellschafter des Unternehmens gerichtet. Die Mitarbeiter haben große Angst um die Zukunft.

„Lassen Sie uns nicht fallen! Übernehmen Sie, Herr Klaus Ostendorf und Herr Michael Philips, als Gesellschafter Verantwortung und unterstützten Sie uns in dieser Notsituation“, heißt es in einem am Montag veröffentlichten offenen Brief. Die Betriebsräte befürchten im April einen Personalschnitt und den Verlust vieler Arbeitsplätze. Da die Kassen der Firma offenbar leer seien, befürchten sie auch, dass es keine „fairen Abfindungen“ geben wird. „Nehmen Sie Geld in die Hand, um einen eventuellen Sozialplan so finanziell auszustatten, dass ein fairer Nachteilsausgleich vereinbart werden kann“, fordern die Gewerkschafter.

Die Großbäckerei war am 30. Januar vom Landratsamt Freising geschlossen worden, nachdem Mäusekot gefunden wurde und Ungeziefer nicht auszurotten war. Am 16. Februar meldete die hauptsächlich Klaus Ostendorf gehörende Fabrik Insolvenz an.

Die Beschäftigten von Müller-Brot hätten nicht nur sehr große Angst um ihre Zukunft. Sie seien auch wütend, dass so viele Fragen unbeantwortet seien - wie könne es zum Beispiel sein, dass die Geschäftsführer offensichtlich jahrelang Hinweise und Aufforderungen der Lebensmittelbehörden ignorieren konnten?

Der vorläufige Insolvenzverwalter Hubert Ampferl hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, er führe mit mehreren Interessenten Gespräche zur Übernahme von Müller-Brot. Daneben liefen aber auch Gespräche mit Interessenten nur für das Filialnetz oder einzelne Filialen. Bis Ende März solle es eine Lösung geben. Ampferl äußerte sich nicht dazu, ob die Zahl von mehr als tausend Mitarbeitern gehalten werden kann und ob Ostendorf selbst zu den Interessenten für die Übernahme des Pleite-Unternehmens gehört, bei dem er durch die Insolvenz nicht mehr das Sagen hat.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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