Müller-Brot-Gründer bietet Rückkehr an

+
Müller-Brot ist kein Vorzeigebetrieb mehr, wie er es zu Zeiten von Hans Müller (81) war. Der bietet jetzt seine Hilfe an, um zu retten, was zu retten ist: „Für die Mitarbeiter würde ich die Ärmel noch mal hochkrempeln!“

München - Hans Müller (81), Gründer des Back-Imperiums Müller-Brot, hat seine Rückkehr in das Unternehmen angeboten - allerdings unter einer Bedingung.

Lesen Sie auch:

Müller-Pächter zwischen Hoffen und Bangen

Nicht Ruhestand, sondern Unruhestand — auf niemanden trifft das zur Zeit mehr zu als auf Hans Müller. Der 81-jährige Gründer des Back-Imperiums Müller-Brot hat seit sechs Wochen so viel Adrenalin im Blut wie selten zuvor. Seit sein Lebenswerk am Abgrund steht und der Name Müller für Schädlinge und Ekel. Jetzt will der alte Patriarch selbst die Ärmel hochkrempeln und Müller-Brot wieder auf Erfolgskurs bringen.

„Ich bin da, wenn man mich braucht“, sagt Müller. Den Namen Müller-Brot zu retten, könnte zwar schwierig werden. „Aber ich weiß, wie man das macht.“

Insolvenzverwalter Hubert Ampfern findet es „honorig“, wenn Müller sein Wissen und seine Erfahrung bei betrieblichen Abläufen und der Produktion zur Verfügung stellt. „Ich glaube, er kann ein wichtiger, verlässlicher und sehr hilfreicher Ratgeber sein“, freute sich Ampferl am tz-Telefon.

Müller-Brot: So sieht's nach der großen Reinigung aus

Strec

Allerdings hat Hans Müller eine Bedingung: Er kommt nur zurück, wenn Klaus Ostendorf und Michael Phillips bei Müller-Brot nichts mehr zu sagen haben. Vor neun Jahren hat Hans Müller ihnen sein Unternehmen verkauft: „Für mich sind das Verbrecher! Sollten sie nicht vor Gericht landen, wäre das schlimm.“

Für seine ehemaligen Mitarbeiter fühlt Müller sich immer noch verantwortlich. Viele haben ihn um Hilfe gebeten: „Ich würde gerne etwas tun, weil das sind gute Leute, wenn man sie richtig motiviert.“ Und das geht seiner Meinung nach so: „Ich hab denen Verantwortung gegeben für ihren jeweiligen Bereich, und dann gesagt: ,Macht, was ihr wollt — aber wenn’s ein Scheiß ist, schmeiß ich euch raus!‘“, erzählt Müller. Dadurch fühlten die Kollegen sich verantwortlich: „Die haben Bestleistungen gebracht“, sagt er. Diesen Stil würde er wieder einführen: „Nach mir gab es lauter Geschäftsführer, die die Kollegen wie Würstchen behandelt haben und Angst verbreiteten.“

Eines aber freut Müller: Dass Ampferl die alten Rezepte durchtestet, um wieder Backwaren von der legendären Müller-Qualität backen zu können — wenn die Hygienekontrolleure grünes Licht geben, schon kommende Woche. Bis 1. April will Ampferl einen Käufer für Müller-Brot gefunden haben. Mehr als fünf Interessenten gibt es schon…

Susanne Sasse

Hygiene-Mängel: Hier wird das Müller-Brot entsorgt

Hygiene-Mängel: Hier wird das Müller-Brot entsorgt

auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Frau von Lkw gerammt: „Da ist man auch als Polizist betroffen“
Frau von Lkw gerammt: „Da ist man auch als Polizist betroffen“
Pflege zu teuer: Pensionär holt seine Frau wieder nach Hause
Pflege zu teuer: Pensionär holt seine Frau wieder nach Hause
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Spektakuläres Feuerwerk in Wolfratshausen: Rührender Grund
Spektakuläres Feuerwerk in Wolfratshausen: Rührender Grund

Kommentare