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Müller? Eine Nummer zu groß

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Bäckermeister Bernhard Zöttl (45) © fkn

Freising - Wer übernimmt Müller-Brot? In der Branche wird heftig spekuliert. Dabei fällt immer wieder der Name Zöttl. Das sagt Bäckermeister Bernhard Zöttl zu den Gerüchten:

Die Münchner Traditionsbäckerei beliefert jeden Tag 80 Großkunden und 40 eigene Filialen. Da wäre die Übernahme des Müller-Brot-Netzes durchaus interessant, meinen Insider. Aber Bäckermeister Bernhard Zöttl (45), der 1998 das Geschäft von seinem Vater Vinzenz übernahm, wiegelt ab: „Das ist für uns eine Nummer zu groß. Müller-Brot ist eine Großbäckerei, wir sind ein Traditionshandwerksbetrieb. Da passt die Struktur einfach nicht.“

Dennoch verfolgt auch Bernhard Zöttl die Entwicklung bei Müller-Brot

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genau. Er geht aber davon aus, dass der mögliche Käufer nicht aus München kommen wird. „Ich tippe auf eine Großbäckerei, die hier einen Fuß in den Markt bekommen will.“ Ansonsten beschäftigt Zöttl vor allem das Schicksal der Müllerbrot-Mitarbeiter. Vor allem das Verhalten der Filial-Pächter nötigt ihm Respekt ab: „Das ist schon bewunderswert, wie die in ihrem Laden stehen. Obwohl sie kaum noch Ware haben, beweisen sie immer noch ihre Loyalität.“

Es gibt Anfragen bei ihm: Vier Arbeiter aus der Neufahrner Backfabrik

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suchten einen neuen Job, aber vergebens. „Das waren ungelernte Kräfte, die kann ich bei mir in der Backstube nicht einsetzen“, so Zöttl. „Ganz abgesehen davon, dass derzeit ohnehin keine Stelle frei ist. Nur Auszubildende suchen wir dringend. Die sind ja unsere Zukunft.“

Und wie sieht die Zukunft von Müller-Brot aus? Bernhard Zöttl wagt eine traurige Prognose: „Ich glaube, dass der Name Müller-Brot bald verschwunden sein wird. Damit ist kein Staat mehr zu machen.“

WdP

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