Müller-Brot: Jetzt spricht der Ex-Chef

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Er sei von den Hygienemängeln „überrascht und getroffen“, sagt Klaus Ostendorf, der jetzige Mehrheitseigentümer von Müller-Brot

Neufahrn - Unternehmer Klaus Ostendorf wehrt sich gegen die Vorwürfe wegen der Pleite von Müller-Brot. Er sei "überrascht" und "sehr getroffen" von der Stilllegung der Brotproduktion, sagte er der tz.

Unternehmer Klaus Ostendorf ist extrem reich, das Magazin Forbes listete ihn 2003 auf Platz 239 unter den reichsten Deutschen. Zudem gilt der 66-jährige Mehrheitseigentümer der Müller-Brot GmbH als extrem pressescheu — seit dem Skandal gab er nur ein einziges Interview, und das lediglich schriftlich. Die tz erreichte ihn aber am Montag in Norddeutschland am Telefon. Im Gespräch wies Ostendorf insbesondere die Vorwürfe zurück, die Geschäftsführung habe Müller-Brot ausgeschlachtet und das Unternehmen bewusst gegen die Wand gefahren.

„Wir haben das so nicht gewollt“, sagte Ostendorf. Keineswegs habe er die Zerschlagung des Unternehmens geplant: „Es wurde ja stillgelegt wegen Hygienemängeln. Das kann man gar nicht planen.“ Vielmehr sei er „überrascht“, die Stilllegung habe ihn „sehr getroffen“. Jetzt gehe es um die Erhaltung der Infrastruktur, um die Arbeitsplätze und die Interessen der Geschäftsführung. Wie es mit Müller-Brot weitergeht, wisse er nicht: „Ich würde gerne etwas Positives sagen, aber Müller-Brot liegt nicht mehr in meinen Händen, jetzt entscheidet der Insolvenzverwalter.“

Hygiene-Mängel: Hier wird das Müller-Brot entsorgt

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Hans Müller (81) ärgert das alles sehr. Der Gründer, der sein Back-Imperium 2003 verkaufte, sagt: „Ostendorf hat nach dem Firmenkauf sofort unsere Hygienetruppe an die Luft gesetzt, dabei ist Hygiene das Allerwichtigste!“ Zudem habe die Geschäftsführung um Ostendorf das Unternehmen ausgeschlachtet: „Wir haben so viele Grundstücke wie möglich um den Betrieb herum gekauft, weil der Wert eines Unternehmens sind stille Reserven. Die haben sie verkauft, um Geld abzuschöpfen.“

Maschinen habe Ostendorf billig herausgekauft und teuer wieder an den Betrieb verleast. Besonders ärgert Müller der Umgang mit den Pächtern: „Bei mir mussten die Pächter keine Kaution zahlen, sondern nur einen Bürgen stellen“, sagt er. Dass ab 2003 Kautionen von durchschnittlich 15 000 Euro verlangt wurden, aber die Pächter nun um ihr Geld fürchten müssen, da es nicht separat angelegt wurde, ist für Müller „vollkommen kriminell“. Ginge es nach ihm, müsste die Geschäftsführung das Geld aus eigener Tasche zurückzahlen: „Ich habe als Unternehmer immer persönlich gehaftet.“

Susanne Sasse

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