CSU-Parteitag: Starkes Ergebnis - Markus Söder als Parteichef wiedergewählt

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Werte kaum noch tragbar

Hart an der Grenze: So dreckig ist die Luft im Landkreis München

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Die meistbefahrene Duchgangsstraße im Landkreis: Auf der Wasserburger Straße (B 304) schieben sich täglich knapp 30 000 Fahrzeuge durch Haar.

Zwar werden keine Grenzwerte überschritten im Landkreis München - aber in einigen Kommunen wird die Grenze des erlaubten erreicht. 

München – Weder bei Stickstoffdioxid (NO2) noch bei der Feinstaubbelastung sind im Landkreis München Genzwerte überschritten. In Grünwald an der Oberhachinger Straße – im Abschnitt zwischen Josef-Würth- und Josef-Sammer-Straße – wird der NO2-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (Jahresmittelwert) allerdings erreicht. Ebenso in Gräfelfing an der Maria-Eich-Straße 18 an der A 96 und an der Germeringer Straße in Planegg, zwischen Mathilden- und Georgenstraße. Das haben Immissions-Berechnungen des Büros Müller-BBM im Auftrag des Landratsamtes für die verkehrsreichsten Straßen ergeben.

Das Büro hat noch einen Sicherheitsaufschlag von 50 Prozent draufgepackt, so dass tatsächlich nicht mit einer Überschreitung zu rechnen ist. Und auch in Grünwald, Planegg und Gräfelfing ist „durch die Erneuerung der Kfz-Flotte voraussichtlich bereits im Kalenderjahr 2019 mit einer niedrigeren Immissionskonzentration zu rechnen“, erklärt das Landesamt für Umwelt.

Im Gemeinderat Haar werden Zahlen erstmals öffentlich

Erstmals öffentlich wurden diese Zahlen im Gemeinderat Haar. Dort hatte die CSU Messungen der Luftschadstoffkonzentration beantragt. Durch Haar führt bis zu sechsspurig die Wasserburger Straße (B 304), die mit knapp 30.000 Fahrzeugen täglich höchstbelastete Straße im Landkreis, nach den Autobahnen. Aber siehe da: Für die Wasserburger Straße errechnet Müller-BBM 24 Mikrogramm Stickstoffdioxid und die Feinstaubbelastung liegt mit 17 Mikrogramm noch deutlicher unter dem Grenzwert von 40.

Die relativ niedrigen Werte erklären sich daraus, dass die Wasserburger Straße an der relevanten Stelle 43 Meter breit ist, die Gebäude rund neun Meter hoch. „Die sogenannte Schluchtwirkung, die andernorts in Deutschland zu hohen Belastungszahlen führt, ist in Haar nicht gegeben“, erklärte Umweltreferent Andreas Nemetz den Gemeinderäten. In Grünwald zum Beispiel, das an der Oberhachinger Straße den Grenzwert erreicht, fahren zwar „nur“ knapp 19.000 Fahrzeuge, dafür ist die Straße dort nur rund halb so breit wie die B 304 in Haar. Die Schadstoffkonzentration in Haar ist also zum Glück niedrig, weil genug Luftaustausch stattfinden kann.

SPD-Fraktion fordert andere Verkehrspolitik

Das freut den Gemeinderat, löst aber nicht alle grundsätzlichen Probleme, finden die Fraktionen. In der ganzen Gesellschaft gebe es eine sehr intensive Diskussion über diese Grenzwerte. „Das Thema wird uns weiter beschäftigen“, prophezeite CSU-Fraktionssprecher Dietrich Keymer. „Und es ist ein Unterschied, ob ich etwas berechne oder empirisch erfasse, sprich messe.“

SPD-Fraktionschef Alexander Zill erklärte: „Wir brauchen in Deutschland ein komplett anderes Verkehrssystem.“ Mike Seckkinger von den Grünen schlug vor, einfache Passivsammler aufzustellen, kleine Becher, mit denen auf simple Art und Weise Luftschadstoffe gemessen werden können. Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) sagte zu, diesen Vorschlag zu prüfen.

Passivsammler an Laternenmasten in Unterhaching

In Unterhaching hängen derartige Sammelbehälter bereits, an Laternenmasten im gesamten Gemeindebereich. Ende März soll das Ergebnis vorliegen. Die Berechnung von Müller-BBM hat an der Isartalstraße 60 in Unterhaching, an der A 995, 35 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter ergeben, an der Biberger Straße 29 Mikrogramm. Basis der Berechnungen sind unter anderem die Verkehrsbelastung, die Art der Bebauung, die Vorbelastung und die Windgeschwindigkeit.

57 Standorte untersucht

Insgesamt hat Müller-BBM im Landkreis 57 Standorte untersucht. Außen vor blieben die Straßen in den Gemeinden Aying, Sauerlach und Straßlach-Dingharting. Das Landesamt für Umwelt geht aber davon aus, dass in diesen ländlich geprägten Gemeinden die Grenzwerte nicht erreicht werden.

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