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Prozess abgesetzt

Liegt der Dachau-Killer bereits im Sterben?

München - Der Prozess um die tödlichen Schüsse auf einen Staatsanwalt im Dachauer Amtsgericht ist abgesetzt worden. Grund sei der kritische Gesundheitszustand des Angeklagten.

Der Prozess um die tödlichen Schüsse Staatsanwalt Tilman T. (31) im Dachauer Amtsgericht ist endgültig geplatzt. Als Grund nannte das Münchner Schwurgericht am Freitag den kritischen Gesundheitszustand des Angeklagten Rudolf U. Offenbar ist der 55-Jährige sterbenskrank. Der Mordprozess gegen den mutmaßlichen Todesschützen hätte am kommenden Dienstag vor dem Landgericht München beginnen sollen. Auch ein späterer Termin erscheint fraglich.

Bluttat in Dachau: Staatsanwalt (31) stirbt

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Die Anklagebehörde wirft dem Unternehmer vor, am 11. Januar in einem Sitzungssaal sechs Schüsse auf einen Staatsanwalt und den Richtertisch abgefeuert haben. Der 31 Jahre alte Staatsanwalt starb. Der zur Tatzeit 54-Jährige war unmittelbar zuvor wegen nicht bezahlter Sozialversicherungsbeiträge zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Richter, Protokollführer und Verteidigerin des mutmaßlichen Todesschützen blieben unverletzt. Der Fall löste bundesweit eine Debatte über schärfere Sicherheitsvorkehrungen in Justizgebäuden aus.

Zwar teilte die Justizpressestelle des Oberlandesgerichts München am Freitag mit: „Sobald der Gesundheitszustand des Angeklagten eine Verhandlung zulässt, wird die Kammer von Amts wegen neue Termine zur Hauptverhandlung bestimmen.“ Doch erscheint äußerst fraglich, ob es jemals dazu kommt. Der Verteidiger des 55-Jährigen sagte, er werde noch am Freitag die Einstellung des Verfahrens beantragen. Maximilian Kaiser sprach von einem „dauernden Verfahrenshindernis“. Mit anderen Worten: Der Anwalt glaubt nicht, dass sein Mandant noch jemals verhandlungsfähig sein wird. Mehr noch: Der 55-Jährige könnte schon bald sterben.

Der Mann ist von ursprünglich 160 Kilo Körpergewicht auf fast die Hälfte abgemagert. Er liegt in der Krankenabteilung im Münchner Gefängnis Stadelheim. Ein Bein ist als Folge seiner Zuckererkrankung bereits amputiert, das andere müsste dringend abgenommen werden. Doch der Patient verweigert die Operation. Sein Anwalt: „Er hat in einer Patientenverfügung erklärt, dass er lebenserhaltende Maßnahmen ablehnt. Es wurde ihm erklärt, dass bei Nichtbehandlung seiner Blutvergiftung der Tod absehbar ist.“

Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) teilte auf Anfrage der dpa mit: „Es wäre für die Angehörigen unseres ermordeten Staatsanwalts und für die Justiz nur schwer zu ertragen, wenn dem mutmaßlichen Mörder nicht der Prozess gemacht werden könnte.“ Doch der Rechtsstaat sei nicht machtlos. Das Gericht müsse nun entscheiden, ob die Voraussetzungen erfüllt sind, das Verfahren doch noch ohne den Angeklagten zu führen.

tz

Rubriklistenbild: © Jantz

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