Nadelöhr soll aufgebrochen werden

Express-Spur soll kommen: Mit dem Schnellbus in Richtung München

Im Münchner Süden will das Landratsamt eines der großen Nadelöhre des öffentlichen Nahverkehrs aufbrechen.

Landkreis München   Die Carl-Wery-Straße (Staatsstraße 2078) soll Richtung Hachinger Tal ausgebaut und Express-Busse von Neuperlach Süd bis in den Landkreis über eigene Fahrbahnspuren geleitet werden. 

Der Landkreis hat dazu ein Planungsbüro hinzugezogen. Anhand einer verkehrstechnischen Prüfung wolle man die „Sinnhaftigkeit von Busspuren“ auf der St 2078 untersuchen, heißt es aus dem Landratsamt. Außerdem sollen Busse künftig bei Ampeln Vorfahrt haben.

Seit dem Beschluss zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans von 2013 durch den Mobilitätsausschuss des Landkreises bemühen sich Kreisräte und Landratsamt um einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Es folgte die Studie „Perspektiven im öffentlichen Nahverkehr“, deren teils visionären Ergebnisse auf Machbarkeit und Kosten hin untersucht werden.

Sieben Buslinien würden profitieren

Im Zentrum stehen die Busverbindungen im Landkreis, vor allem tangentiale Linien zwischen den S-Bahn-Achsen sowie Schnellbusse, also Busse mit Express-Charakter. Grundsätzlich geht es darum, möglichst viele Buslinien zu beschleunigen. Eine zentrale Bedeutung fällt dem gegenwärtig laufenden Projekt zur Beschleunigung der MVV-Regionalbuslinie 210 von Neuperlach Süd über Ottobrunn, Taufkirchen bis Brunnthal zu. Die Linie 210 schiebt sich durch das Nadelöhr, das Landkreis und Landeshauptstadt über das Hachinger Tal verbindet. 

Der Korridor im Süden der Carl-Wery-Straße gilt als hochbelastet. Abgesehen vom täglichen Pendlerstrom und dem Lieferverkehr nutzen mehr als ein halbes Dutzend Buslinien die Engstelle. Was die angestrebte Beschleunigung des Nahverkehrs betrifft, rangiert der Korridor in den Augen des Landratsamts daher an oberster Stelle. Von einem Ausbau des Korridors würden neben der Linie 210 die Busse 211, 212, 217, 222, 229 sowie die MVG-Linie 199 profitieren.

In Kooperation mit den anliegenden Kommunen denkt das Staatliche Bauamt Freising über eine Vorfahrtsregelung für Busse an Ampeln nach. Ottobrunn hat bereits den Ausbau von 14 Haltestellen beschlossen, um Platz für die großen, viertürige Gelenkbusse zu schaffen und so einen zügigeren Fahrgastwechsel zu ermöglichen. Auf Höhe Neuperlach Süd plant München eine Erweiterung der Staatsstraße 2078. Eine Verlängerung der Busspuren bis in den Landkreis hinein drängt sich daher nach Ansicht des Landratsamts geradezu auf. Nahe der Stadtgrenze würde der Verkehr sonst unnötig verengt. 

Aufgrund der hohen Bedeutung des Nadelöhrs im Süden von Neuperlach will das Landratsamt handeln noch bevor die laufende Untersuchung zur Beschleunigung von Buslinien im gesamten Landkreis abgeschlossen ist. Kreisräte aller Fraktionen ziehen mit. Die Entscheidung im Mobilitätsausschuss fiel einstimmig.

Bahn-Reisende von München nach Berlin können 2019 auch Züge von Flixbus nutzen. Der Fernbusvermittler plant eine Zugverbindung auf der neuen Hochgeschwindigkeitstrasse.

Rubriklistenbild: © MVV

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